Wirtschaftsbund übt Kritik an Regierungsbeschlüssen. Landesorganisation hat Besuchsaktion bei heimischen Betrieben durchgeführt. Wirtschafsbund NÖ-Direktor Harald Servus kritisiert Recht auf Papamonat und Anrechnung von Karenzzeiten.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 04. Juli 2019 (16:27)
Erich Marschik
Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus (von links), Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obmann Wolfgang Ecker und IMAS-Direktor Paul Eiselsberg.

Bürokratie und Mitarbeitermangel. Das sind die Themen, die den Unternehmern aus Niederösterreich aktuell besonders Kopfzerbrechen bereiten. Das hat der sogenannte Wirtschaftsbund-Dialog, eine Besuchsreihe bei NÖ Betrieben, ergeben.

Besucht wurden über 100 Betriebe – davon rund die Hälfte Mitgliedsbetriebe des Wirtschaftsbundes – in Niederösterreich. Außerdem ließ die ÖVP-nahe Organisation vom IMAS-Institut eine Umfrage zu den Anliegen der Unternehmer unter Funktionären und Mitgliedern des Wirtschaftsbundes NÖ durchführen.

Vor allem was den Mitarbeitermangel – es wird laut Wirtschaftsbund Landesgruppen-Obmann Wolfgang Ecker bewusst nicht von Fachkräftemangel gesprochen – angeht, wünscht sich die Organisation rasche Lösungen: Etwa in Form des Ausbaus der Rot-Weiß-Rot-Karte und einem damit einhergehenden Zuzug qualifizierter Mitarbeiter aus dem Ausland. 150

Punkte habe man jedenfalls aus den Besuchen und der Umfrage mitgenommen, die in einen Forderungskatalog für die Strategie des Wirtschaftsbundes NÖ bis 2025 einfließen sollen.

"Keine Freude" mit anrechenbaren Karenzzeiten"Servus

Wirtschaftsbund NÖ-Direktor Harald Servus bedauerte, dass nach dem Ende der schwarz-blauen Regierung „sehr wichtige Dinge auf Eis“ liegen würden.

Er stößt sich außerdem an den von ihm sogenannten „Wahlzuckerln“, die jetzt im Parlament beschlossen wurden – wie der Anrechnung der vollständigen Karenzzeiten und den Rechtsanspruch auf einen Papamonat. Diese Dinge „freuen uns nicht“, so Servus.