Die Pläne bis in das Jahr 2030

Erstellt am 19. Oktober 2022 | 05:55
Lesezeit: 3 Min
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Die neue Landesstrategie gibt bis 2030 die Richtung vor. Präsentiert wurde sie im Landhaus in St. Pölten von den Regierungsmitgliedern Gottfried Waldhäusl, Franz Schnabl und Johanna Mikl-Leitner sowie von Generationen-Forscherin Steffi Burkhart, dem Wirtschaftsforscher Christoph Badelt und dem Politologen Peter Filzmaier (von links).
Foto: NLK/Filzwieser
Die neue niederösterreichische Landesstrategie will Antworten auf fünf aktuelle Fragen liefern.

Niederösterreich hat eine neue Landesstrategie. Eine, die seit Juni des Vorjahres mit Unterstützung der Experten Christoph Badelt, Steffi Burkhart und Peter Filzmaier erarbeitet wurde. Eine, die überparteilich von der Landesregierung beauftragt und präsentiert wurde – von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ) und Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ). Und eine, für die die Meinung von 110.000 NÖ-Haushalten, die ihre Fragebögen retournierten, die Grundlage bildete.

Das 96 Seiten starke Werk legt die Leitlinien bis 2030 fest und hat Antworten auf fünf essenzielle Zukunftsfragen. Die NÖN hat den Überblick:

Wie leben wir morgen?

Wie die Umfrage zeigt, sind unsere Landsleute mit der Entwicklung Niederösterreichs überdurchschnittlich zufrieden. Mehr als 90 Prozent der Landsleute schätzen die hohe Lebens- und Freizeitqualität in unserem Land. Nachholbedarf gibt es beim Job-Angebot, das nur 65 Prozent als sehr gut oder gut bewerten.

Die Landesstrategie sieht deshalb mehr Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den raschen Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes sowie die gezielte Förderung neuer Nahversorgungsmodelle vor. Zudem soll die Attraktivität des Ehrenamtes vor allem bei jungen und älteren Menschen gefördert werden. Auch neue Modelle für leistbares Wohnen sollen entwickelt, das Öffi-Angebot und die Elektromobilität ausgebaut sowie das e-Carsharing flächendeckend angeboten werden.

Wovon leben wir morgen?

71 Prozent der Landsleute halten Niederösterreich als Wirtschaftsstandort für attraktiv. Das ist nicht schlecht, aber es geht noch mehr. Niederösterreich will deshalb mehr dafür tun, dass nicht genutzte Arbeitskraftpotenziale gehoben, neue Technologiezentren geschaffen und die Firmengründungen gesteigert werden. Zudem soll die Exportquote auf über 40 Prozent gesteigert und der Hochschulbereich ausgebaut werden. Auch der Grad der Selbstversorgung mit Lebensmitteln soll durch gezielte Maßnahmen erhöht werden.

Wie organisieren wir uns?

Nur noch 83 Prozent unserer Landsleute halten die Demokratie für die beste Regierungs- und Staatsform. Politische Bildung ist also ein Gebot der Stunde – und zwar nicht nur für Junge, sondern auch für Erwachsene. Innerhalb der Verwaltung will sich Niederösterreich an Digitalisierungs-Vorreitern wie Estland oder Dänemark orientieren, die meisten Behördenwege sollen bis 2030 digital werden. Die Region soll als zentrale Handlungsebene gestärkt, die Bodenversiegelung reduziert und die Ortskerne sollen belebt werden. In den Städten soll die bauliche Struktur verdichtet werden.

Worauf achten wir morgen?

Umwelt und Energie sowie Gesundheit und Sicherheit sind für unsere Landsleute die großen Themen. Niederösterreich will deshalb zum Musterland des generationenübergreifenden Miteinanders werden. Die Altersversorgung soll gestärkt, die Attraktivität peripherer Regionen als Wohnraum für junge Menschen gesteigert und die Gesundheitsvorsorge bereits ab dem Kindesalter intensiviert werden. Zudem sollen Windkraft, Biomasse und Photovoltaik rasch und flächendeckend ausgebaut sowie die Cyber-Security-Bildungseinrichtungen weiterentwickelt werden.

Wer wollen wir morgen sein?

Für 87 Prozent unserer Landsleute ist Niederösterreich „Heimat“ – die Gemeinde ist es für 78 Prozent, Europa für nur 65 Prozent. Die Landes-Identität ist mittlerweile also sehr hoch. Durch die Verankerung in Bildung und Weiterbildung, den weiteren Ausbau des Kulturangebotes sowie den Kulturschwerpunkt der Landeshauptstadt-Region soll diese Identität weiter gestärkt werden