3.500 ÖVP-Funktionäre feierten Ex-Kanzler Kurz in Tulln. ÖVP warnte beim NÖ-Wahlkampfauftakt vor der Allianz von SPÖ und FPÖ und sieht Hacker-Attacke als Angriff auf die Demokratie.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 06. September 2019 (18:20)

„So eine geballte Kraft gibt es nirgendwo in Österreich, das gibt es nur in Niederösterreich.“ ÖVP-Landesparteichefin und Landeshauptfrau Johanna  Mikl-Leitner  war überwältigt, als sie in der Messehalle Tulln ins Publikum schaute. Mehr als 3.500 Funktionärinnen und Funktionäre mit türkisen Leibchen, Schals und sogar Fingernägeln  waren in die Messestadt gepilgert, um den NÖ-Wahlkampfauftakt der Volkspartei mitzufeiern.

Im Mittelpunkt des Events stand von Beginn an Ex-Kanzler und ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz. Schon zum Start wurde eine Videobotschaft von Kurz auf der Fahrt nach Tulln übertragen. Aktuell ist der ÖVP-Spitzenkandidat mit seiner 72-Stunden-Tour unterwegs durch Österreich.

Mikl-Leitner: „Reformkurs fortsetzen“

Das Motto im Wahlkampf, „Alles für Kurz“,  war allgegenwärtig: So nannte Johanna  Mikl-Leitner ihre Gründe, warum der neue Bundeskanzler nach dem 29. September wieder Sebastian Kurz heißen soll. „In den letzten  eineinhalb Jahren ist ein Reform- und Erfolgskurs eingeschlagen worden, der fortgesetzt werden muss“, betonte die Landeshauptfrau.

Mikl-Leitner lobte vor allem die Steuerreform, den Familienbonus  und die  Zusammenlegung der Sozialversicherung. Niederösterreich habe aber vor allem auch beim  Ausbau der Kinderbetreuungsplätze profitiert. „In einem halbstündigen Gespräch hatten Sebastian Kurz und ich eine Lösung gefunden“, so die Landeshauptfrau.

Sobotka: „Er hat noch nie auf den Tisch gehaut“

Niederösterreichs ÖVP-Spitzenkandidat Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka lobte die besonnene Art des Ex-Kanzlers: „Kurz hat noch nie auf den Tisch gehaut. Das ist für mich ein Lernprozess, schließlich komme ich aus der Schule von Erwin Pröll.“ Da lachte auch der Alt-Landeshauptmann im Publikum.

Der ehemalige Innenminister Sobotka verwies auch auf die Umsetzung der neuen Mindestsicherung. Er wolle sich einsetzen, dass alle Österreicher mehr  persönliches Sicherheitsgefühl spüren. „Es darf keine Debatte um das Kreuz in der Schule und den Nikolaus im Kindergarten geben“, so Sobotka.

Kurz: „Hacker-Attacke war Angriff auf die Demokratie“

Nachdem ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer vor der Allianz von SPÖ und FPÖ warnte, wurde Sebastian Kurz mit  Standing-Ovations und Volksmusik in der Messehalle empfangen.

„Wir wollen Österreich zurück an die Spitze führen und dafür sorgen, dass jeder  in Sicherheit leben kann und  dass es einen Sozialstaat gibt,  wenn man ihn braucht“, gab Kurz die Richtung vor. Für ihn stelle sich jetzt nicht die Koalitionsfrage wer mit wem. Wichtig sein, wohin es geht.

Der Kurs für den VP-Spitzenkandidat sei klar. Er wolle die Steuerlast weiter senken, Schulden reduzieren und die Altersversorgung sichern, die kulturelle Identität im Land erhalten und auf System der ökosozialen Marktwirtschaft setzen.

„Einen Angriff auf die Demokratie“ nannte Kurz den jüngst bekannt gewordene Hacker-Angriff auf die ÖVP-Zentrale.