Bischof Schwarz zum Rücktritt aufgefordert. Gerda Schaffelhofer, bis vor kurzem Präsidentin der Laienbewegung "Katholische Aktion", hat den St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz am Sonntag in einem offenen Brief zum Rücktritt aufgefordert.

Von NÖN-Redaktion, APA. Erstellt am 07. Januar 2019 (15:43)
Marschik
Alois Schwarz

Er solle sein Amt in St. Pölten zumindest solange ruhend stellen, bis er sich entschieden habe, wie er sein Leben weiterführen wolle, meint die frühere Studienkollegin und Verlegerin des Klerikers in der "Kleinen Zeitung".

Schwarz steht seit seinem Wechsel von Kärnten nach Niederösterreich öffentlich in der Kritik. Ein Großteil davon entzündet sich an einer angeblich unangemessenen Beziehung des zum Zölibat verpflichteten Bischofs zu einer engen Mitarbeiterin und Vertrauten. Darum geht es auch im offenen Brief Schaffelhofers.

Seine Vertraute habe sehr großen Einfluss auf den Bischof gehabt, das Verhältnis habe zu Gerüchten und möglicherweise auch zu einer Erpressbarkeit des Bischofs geführt. Schwarz hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Der Bischof müsse sich nun entscheiden, meint Schaffelhofer. "Wenn du ihr wirklich gehörst, dann wäre es anständig und angebracht, die Konsequenzen aus dieser Liebe zu ziehen, wie es viele Priester vor dir getan haben. Wenn dem aber nicht so ist, dann bedarf es deines entschiedenen Widerspruchs, in Wort und in Tat."

Das würde dann bedeuten, dass die Vergangenheit kompromisslos aufgearbeitet werden und Schwarz Verantwortung übernehmen müsse. "Solange du dich aber für keinen dieser beiden Wege entschieden hast, solltest du alle deine Ämter vorerst ruhen lassen." Es gehe dabei auch um die Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche.

Aus dem Büro des Bischofs gab es zum offenen Brief bis Montagmittag noch keine Stellungnahme. Die Sprecherin von Bischof Schwarz verwies auf NÖN-Anfrage auf die laufende Prüfung und die Visitation in der Diözese Gurk durch den Salzburger Erzbischof Franz Lackner.