Erstellt am 14. Juni 2018, 09:38

von NÖN Redaktion

Parteien sind einstimmig für Reform der Zentralmatura. Bildungsminister Faßmann soll Lehren aus Problemen bei der Reifeprüfung ziehen. Es geht in Richtung einer teilzentralen Matura je nach Schultyp.

Heinz Faßmann  |  APA, GEORG HOCHMUTH

So einig sind sich die Vertreter der fünf Parlamentsfraktionen selten. Während Schüler eben noch für die Matura lernen, steht fest, dass es zu Nachjustierungen bei  der Zentralmatura kommen wird. Vor allem das schlechte Ergebnis bei den schriftlichen Maturaprüfungen in Mathematik hat dafür den Ausschlag gegeben. Bildungsminister Heinz Faßmann wurde mit einer Evaluierung und Verbesserungen beauftragt.

In den Details, welche Änderungen bei der Zentralmatura vorgenommen werden sollen, gibt es zwar unterschiedliche Ansichten bei den Parlamentsparteien. Aber die Abgeordneten waren sich einig, dass Ressortchef Faßmann die Praxistauglichkeit der Prüfungsaufgaben genau prüfen solle. Vor allem die Besonderheiten der verschiedenen Schularten müssten dabei berücksichtigen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Mathematikmatura sowie auf die Beurteilungskriterien gelegt werden. Heuer war kritisiert worden, dass ein Beispiel auch als falsch gewertet worden ist, wenn der Ansatz richtig war, aber durch kleine Fehler ein falsches Endergebnis herausgekommen ist.

Die Neos haben die Zentralmatura mit einem Dringlichen Antrag am Mittwochnachmittag zum Thema im Hohen Haus gemacht. Mit einem Antrag von ÖVP und FPÖ, mit dem alle Fraktionen leben konnten, wurde dann Faßmann mit weiteren Aufgaben zur Verbesserung der Zentralmatura beauftragt.

Seit zehn Jahren gebe es die Zentralmatura, hatte zuvor Neos-Klubobmann Matthias Strolz erklärt. Diese Form der Reifeprüfung sei vernünftig. Unbestritten sei allerdings, dass sie immer noch für alle Beteiligten mit Unsicherheiten behaftet sei.

Minister ist erfreut über die Debatte, eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt

Bildungsminister Faßmann ist froh über diese Debatten. Das Maturajahr 2018 sei jedoch kein Pannenjahr gewesen. Die Zentralmatura sei mittlerweile sehr gut organisiert, die standardisierte Reifeprüfung biete eine faire Prüfung. Die Kompensationsprüfung stelle eine sinnvolle Weise dar, um schlechte Noten noch zu verbessern. Faßmann erwartet sich nach Abschluss aller Prüfungen einen normalen Maturajahrgang.

Um zu überprüfen, welche Punkte der Mathematikmatura verbessert werden könnten, habe er eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie werde überprüfen, ob man die Formulierung von Beispielen nachschärfen und das Bewertungssystem verbessern könnte. Auch der Katalog der Grundkompetenzen könnte neu bewertet werden. Außerdem sei es für ihn denkbar, die Beispiele besser an den Schultyp anzupassen.