Novomatic bringt Anzeige wegen Info-Weitergabe ein. Recherchekooperation hatte Unternehmen mit "Sponsoring- und Spenden-Übersicht" konfrontiert.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 26. Februar 2021 (13:23)
Die Novomatic-Zentrale am Mittwoch, 5. Februar 2020, in Gumpoldskirchen. Der Glücksspielriese Novomatic wird sich nicht mehr um Lizenzen für das Kleine Glücksspiel bewerben, wenn diese auslaufen. Foto: APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger

Novomatic geht als Reaktion auf eine Recherche von "profil", "Standard" und der ORF-"ZiB2" - deren Ergebnisse noch nicht einmal veröffentlicht wurden - weiter in die Offensive. In einer Anfrage hatten die Medien dem Glücksspielkonzern eine Sponsoring- und Spenden-Übersicht vorgehalten, die bei Ermittlungen sichergestellt worden war. Novomatic kündigte am Freitag via Aussendung eine Anzeige gegen unbekannt wegen "rechtswidriger Informationsweitergabe" an die Journalisten an.

Laut Novomatic handelt es sich um "vertrauliche Unternehmensinformationen, die wohl nur unter Verletzung rechtlicher Bestimmungen erlangt werden konnten". Die Datei sei bisher ausschließlich der Ermittlungsbehörde sowie dem Ibiza-Untersuchungsausschuss vorgelegen und unterliege dort der Verschwiegenheit. Auch der Verdacht, dass die Unterlagen über Mitglieder des Ausschusses an die Recherchekooperation gelangt sein könnten, stellt für den Glücksspielkonzern "eine rechtswidrige Weitergabe von sensiblen Unternehmensinformationen dar".

Bereits einen Tag zuvor war Novomatic in eine ungewöhnliche Offensive gegangen und veröffentlichte vor dem Erscheinen allfälliger Berichte die schriftliche Anfrage der Medienkooperation - samt Antworten darauf. Dabei weist das Unternehmen jeden Zusammenhang zwischen Sponsoring-Aktivitäten und einer direkten Einflussnahme auf Politiker zurück. Die Fragen richteten sich großteils auf konkrete Geldflüsse an einzelne Organisationen.