Erstellt am 09. März 2018, 13:37

von APA Red und Redaktion noen.at

Aus für TG-Standorte: 70 bis 80 Mitarbeiter betroffen. Von der Schließung dreier Kinder- und Jugendwohneinrichtungen der Therapeutischen Gemeinschaften (TG) in Niederösterreich durch das Land sind nach Angaben des privaten Trägers 70 bis 80 Mitarbeiter betroffen. Die wirtschaftliche Existenz der TG sei gefährdet, die Zukunft offen. Landesrat Franz Schnabl (SPÖ) hat den Beschäftigten Unterstützung zugesagt.

Protest der Therapeutischen Gemeinschaften (TG) zur Schließung von drei Kinder- und Jugendeinrichtungen in Niederösterreich am Donnerstag (8. März 2018) vor dem Landhaus in St. Pölten.  |  APA/Sophie Killinger

Die Vertragsauflösung wurde von der zuständigen Abteilung des Landes u.a. mit Missständen wie dem Einsatz von nicht ausreichend qualifiziertem Personal begründet. Schnabl kündigte an, im Fall von Kündigungen eine Plattform für Wiedervermittlung beim Arbeitsmarktservice (AMS) mit Unterstützung und Expertise der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe einzurichten. Das teilte das Büro des designierten Landeshauptfrau-Stellvertreters am Freitag nach einem Gespräch mit TG-Mitarbeitern am Vortag mit.

Die TG kritisierte in einer Aussendung die Präsentation der Erkenntnisse der Sonderkommission zur Aufklärung von Vorwürfen gegen den privaten Träger am Donnerstag: "Die konkreten Gründe für die sofortige Schließung der TG-Einrichtungen wurden zum großen Unmut der Mitarbeiter leider nicht genannt. Man blieb an der Oberfläche." Bei der Pressekonferenz im Landhaus seien nur Betriebsratsvertreter zugelassen worden. Ein Großteil der rund 20 Mitarbeiter sei im Foyer von der verständigten Polizei aufgehalten worden. Die Beschäftigten protestierten dann mit Plakaten vor dem Landhaus.

Anfang Dezember 2017 waren Vorwürfe gegen die TG erhoben worden, unter anderem war von Erniedrigungen durch Betreuer die Rede. Eine daraufhin eingesetzte Sonderkommission stellte Versäumnisse aufseiten des Landes und der TG fest. Bei den TG bezogen sich Missstände demnach auf personelle Unterbesetzung und mangelnde Gegenleistung für die zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel des Landes. Am Mittwoch wurden drei Standorte in den Bezirken Wiener Neustadt-Land, Krems-Land und Hollabrunn geräumt und insgesamt 16 Kinder und Jugendliche in anderen Einrichtungen untergebracht.