Fünf Gemeinden um Flughafen bekommen Umfahrung. Um 150 Millionen Euro baut Land eine Trasse. Die B 260 soll Fischamend, Klein-Neusiedl und Enzersdorf an der Fischa, Margarethen am Moos, Schwadorf und Götzendorf an der Leitha von Verkehr und Lärm entlasten.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 03. Dezember 2019 (16:17)
Planungsstart für die Umfahrungen in der Airport Region: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko unterzeichneten Abkommen mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden: Markus Plöchl (Enzersdorf an der Fischa), Kurt Wimmer (Götzendorf), Thomas Ram (Fischamend), Jürgen Maschl (Schwadorf) und Robert Szekely (Klein-Neusiedl).
NLK/Reinberger

Zu viel Verkehr auf den Landesstraßen und dadurch entstehender Lärm machten den Gemeinden rund um den Flughafen Schwechat schon lange zu schaffen. Immer wieder wurde daher der Ruf nach einer Umfahrung laut. Jetzt ist sie fix: Das Land baut eine 19,2 Kilometer lange Trasse, die dann die Bezeichnung B 260 tragen soll. Entlastet werden sollen damit die Gemeinden Fischamend, Klein-Neusiedl und Enzersdorf an der Fischa sowie Margarethen am Moos, Schwadorf und Götzendorf an der Leitha. Das hat die Landesregierung einstimmig beschlossen.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die das Vorhaben mit Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko präsentierte, sprach vom "größten Straßenprojekt in der Geschichte des Landesstraßendienstes". Investiert werden 150 Millionen Euro. Einen Beitrag leisten auch die betroffenen Gemeinden: "Man hat sich darauf verständigt, dass sie sich mit 50 Prozent an den notwendigen Grundeinlösen beteiligen", meinte Mikl-Leitner. 

Baubeginn steht noch nicht fest

Einen seriösen Termin, wann das Projekt tatsächlich umgesetzt oder gar fertiggestellt werden soll, könne man laut Mikl-Leitner noch nicht nennen. So viel steht aber schon fest: Die Planungen sowie die Einreichungen der Umweltverträglichkeitsprüfung sollen bis ins Frühjahr 2022 unter Dach und Fach gebracht werden. Wann der Bau startet, hängt vom Verlauf des Verfahrens ab. "Wir wollen das Projekt aber so rasch wie möglich umsetzen, um die Bevölkerung zu entlasten", betonte die Landeshauptfrau. 

Die dringende Notwendigkeit der Umfahrungsstraße betonte Schleritzko. Am Flughafen werden die Passagiere mehr. In der Region die Unternehmen und Mitarbeiter. Verkehrswege müssten daher ausgebaut werden. Das passiere einerseits mit der neuen Trasse, andererseits aber auch durch andere Projekte: Dazu gehöre laut Schleritzko etwa auch der dreispurige Ausbau der Ostautobahn zwischen Fischamend und Bruck-West. Im Bereich der Öffentlichen Verkehrsmittel sei ebenfalls schon einiges passiert: Schon 2017 habe man durch Taktverdichtungen die Flughafen-Schnellbahn attraktiviert.