Junge SPÖ will gratis Öffis für alle . Die jungen Kandidaten der SP NÖ wollen beweisen, dass es keine Politikverdrossenheit bei der Jugend gibt. Sie legen ihren Fokus auf die Themen Arbeit, Bildung und Klimaschutz.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 17. Juli 2019 (14:37)
Teresa Sturm
SPÖ NÖ Landesparteivorsitzender Franz Schnabl sowie die beiden Jugendkandidaten für die kommende Nationalratswahl, Melanie Zvonik und Michael Kögl, präsentierten die Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit in den nächsten Wochen.

„Jugendliche fühlen sich von der Politik oft nicht abgeholt. Zudem gehen ihre Themen in Wahlauseinandersetzungen vielfach unter. Wir wollen diesmal dieser Tatsache mit aller Kraft entgegentreten und der Jugend eine Stimme geben, damit faire Chancen für sie keine Wahlversprechen bleiben“, sagt Landesparteivorsitzender der SP NÖ und Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl.

Millionärssteuer gefordert

„Die FridaysForFuture-Bewegung zeigt, dass Jugendliche sehr wohl politisch sind. Unsere Generation hat zurecht erkannt, dass es um die eigene Zukunft geht und dass rasches Handeln erforderlich ist“, sagt Melanie Zvonik, Jugendkandidatin der SP NÖ. Für Zvonik ist die Klimakrise konzerngemacht. Daher sollen auch Superreiche und Großkonzerne zahlen, „ denn sie sind es, die durch Profitgier Mensch und Umwelt ausbeuten“ führt die Kandidatin aus. Sie fordert daher eine Millionärssteuer sowie eine aufkommensneutrale CO2-Steuer.

Erst kürzlich forderte man vonseiten der SP NÖ ein 365-Euro-Öffi-Ticket für Niederösterreich. Das bezeichnet man vonseiten der SJ (Sozialistische Jugend) als ersten wichtigen Schritt, geht aber noch einen weiter. Zvonik fordert einhergehend mit einem massiven Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln, gratis Öffis für alle. Außerdem brauche es öffentliche Investitionen in öffentlichen Nah- und Fernverkehr, statt einer Mobilität, die auf einem mit fossilen Brennstoffen motorisierten Individualverkehr basiere.

Faire Bezahlung für Praktikanten

Michael Kögl, Vorsitzender der Jungen Generation NÖ, zeigt vor allem die Probleme bei jungen Menschen auf, die dabei sind in die Arbeitswelt einzusteigen. Diese seien Unternehmen oft ausgeliefert, weil sie etwa wenig bis nichts für ihre Arbeit als Praktikanten bezahlt werden. Kögl wünscht sich daher fair bezahlte Praktika, entweder „nach dem branchenüblichen Kollektivvertrag oder nach einem Mindestlohn“. Weiters machte sich Kögl für die schon vom Spitzenkandidaten der SP NÖ Rudolf Silvan erwähnten Forderungen stark. Das ist beispielsweise die sechste Urlaubswoche für alle bei vollem Lohnausgleich, das Recht auf eine 4-Tage-Woche und 1.700 Euro Mindestlohn steuerfrei für jeden Arbeitnehmer.

Auch der Bereich Bildung liegt bei den jungen Kandidaten im Fokus. Bildung müsse für alle leistbar sein, so Zvonik und Kögl: „Damit alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen haben, fordern wir die Umsetzung einer Gesamtschule in Verbindung mit einer verschränkten, ganztägigen und inklusiven Schule. Das erhöht die Durchlässigkeit und lässt vor allem niemanden zurück.“ Dabei dürfe aber nicht auf die Lehre vergessen werden, so Kögl. Diese müsse weiter attraktiv bleiben. Dafür brauche es einen Ausbau bei der betrieblichen Mitbestimmung, eine gute Bezahlung und vor allem eine Perspektive.