"Escape Rooms": Einsperren als Spiele-Trend in NÖ. In Wien boomen „Escape Rooms“ schon länger. Auch in Niederösterreich gibt es Angebote.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 09. Juli 2019 (02:33)

„Ab dem Moment, wo sich die Türe öffnet, betritt man den Albtraum“, sagt Manuel Celeda und erklärt damit sein Geschäftsmodell, das ein wenig seltsam anmutet. Bei dem „Albtraum“ handelt es sich um ein sogenanntes „Escape Room“-Spiel. Dabei muss eine Gruppe in einer vorgegebenen Zeit Rätsel lösen, um von einem in den nächsten Raum zu kommen und sich schlussendlich zu befreien. Darum herum ist eine spannende Geschichte gestrickt.

In Wien boomen die Abenteuerspiele schon länger. Mittlerweile gibt es aber auch schon in Niederösterreich drei Anbieter mit teils mehreren Geschichten zum Durchspielen. Celeda ist eigentlich Schauspieler und tourt sonst mit dem „Mörderdinner“. Seit Herbst betreibt er in Rekawinkel das erste „Escape“-Theater Österreichs. In einer alten 1908 erbauten Villa lauern Live-Darsteller den Gästen auf. In 70 Minuten muss die Welt vor unerträglichen Albträumen gerettet werden.

Einen klassischen „Escape Room“ hingegen, ohne Darsteller, betreibt Gerald Leutgeb mit dem „ESCAPE! Amstetten“. Ihm habe die Idee gefallen, Leute aus ihrem Alltag herauszureißen. Wenn sie gemeinsame Aufgaben und Rätsel lösen, würde es wieder mehr Kommunikation geben, ist Leutgeb überzeugt. Auch bei Firmen sind die Spiele als Teambuilding-Aktion beliebt.

"Der Aufwand rentiert sich"

Miriam Wolf leitet das „keyroom“ in Korneuburg, wo ein verrückter Spielemacher sein Unwesen treibt. Im zweiten Raum muss man aus einem Wald entkommen. Die Option zu vergrößern gibt es.

Einig sind sich die Betreiber darin, dass vor allem der Prozess, die Spiele zu entwickeln, herausfordernd ist. Leutgeb etwa war in 32 Räumen in Europa, um sich Inspiration zu holen. Die Planungs- und Bauphase habe ein halbes Jahr gedauert.

Doch der Aufwand rentiert sich. Mit der Auslastung sind die Betreiber zufrieden. In Amstetten wird Ende Juli der bereits dritte Raum geöffnet. Wolf hat erst vor wenigen Monaten eröffnet. Über Mundpropaganda und Social Media würde sich das neue Angebot schnell herumsprechen. In Rekawinkel ist man momentan in der Sommerpause, aber auch da sei man seit der Öffnung immer ausgebucht gewesen, so Celeda.

Leutgeb führt den Erfolg darauf zurück, dass sie viel Mühe in Optik und Akustik gesteckt haben, damit es stimmig ist: „Im Spiel ,Prison Break‘ hast du das Gefühl, dass du im Hochsicherheitstrakt stehst. Da haben wir guten Zuspruch.“