EU-Wahl: Das sagen die Landespartei-Chefs. Fast nur zufriedene Gesichter brachte die EU-Wahl in den Landesparteizentralen in St. Pölten.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 26. Mai 2019 (20:50)
SPÖ NÖ/APA/GEORG HOCHMUTH/FP/rawf8, Shutterstock.com/Christian Dusek/E. Marschik

Naturgemäß besonders groß ist die Freude über das prognostizierte Ergebnis bei der ÖVP – der einzigen Partei, die tatsächlich zulegen konnte. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sieht das Votum als „klare Stärkung der politischen Mitte und der Stabilität“, das Niederösterreich weiterhin einen starken Platz in Europa sichere.

Der ÖVP-Erfolg sei aber darüber hinaus auch ein Vertrauensbeweis für Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie seines Kurses für Österreich. Wer tatsächlich für die ÖVP im EU-Parlament sitzt, wird sich erst im Laufe des morgigen Tages – nach Auszählung der Vorzugsstimmen – entscheiden.

Schnabl: "Mit blauem Auge davongekommen"

Die SPÖ NÖ wird mit dem Petzenkirchner Günter Sidl im EU-Parlament vertreten sein. Mit dem derzeit prognostizierten kleinen Minus sei die SPÖ mit einem „blauen Auge“ davongekommen, analysiert Landesparteichef Franz Schnabl. Die innenpolitischen Entwicklungen der vergangenen Tage seien die Hauptursache dafür, dass die SPÖ mit „ihrer Botschaft für mehr Europa“ nicht durchgekommen sei. Dennoch fordert Schnabl, dass jetzt analysiert werden müsse, warum die SPÖ nicht mehr Wähler mobilisieren konnte.

Landbauer: "Von Absturz weit entfernt"

Sichtlich erleichtert zeigt sich FPÖ-Landesparteichef Udo Landbauer: „Trotz der Medienhatz kurz vor der Wahl ist die FPÖ weit von einem von politischen Mitbewerbern herbeigesehnten Absturz entfernt.“ Die Freiheitlichen hätten unter schwierigsten Bedingungen das Ergebnis von 2014 gehalten – in Niederösterreich hofft Landbauer sogar darauf, besser als damals abzuschneiden. Die FPÖ-Funktionäre hätten bewiesen, dass mit den Freiheitlichen auch bei der Nationalratswahl im September zu rechnen sei. 

Krismer: "Sensationeller Wahlerfolg"

Einen „sensationellen Wahlerfolg“ für die Grünen sieht Landessprecherin Helga Krismer. „Die Grünen sind wieder da“, erwartet auch sie eine Signalwirkung für die Nationalratswahl. Mit diesem Ergebnis gehe die Öko-Partei „gestärkt und mit Mut, Zuversicht und den richtigen Antworten für die Zukunft“ in den Wahlkampf. Den könnte sie schon als Bundes-Obfrau führen, zumindest wenn man manchen Insidern glaubt.

Große Freude bei NEOS

Groß ist die Freude auch bei den Landes-NEOS. „Wir haben klar gesagt, dass die Reise in Richtung Vereinigte Staaten von Europa gehen soll. Das war eine gewagte, aber sicherlich die mutigste und ehrlichste Ansage in diesem Wahlkampf“, betont Landessprecherin Indra Collini.