Sesselrücken in der Waldviertler SPÖ. Abgeordneter Antoni warf vor Kampfabstimmung um ersten Listenplatz das Handtuch. Auch Androsch vor Abgang?

Von Markus Lohninger. Erstellt am 18. Juni 2019 (06:26)
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Ex-Landespartei-Geschäftsführer Günter Steindl: Spitzenkandidat im Waldviertel.

Im Wahlkreis Wiener Neustadt/ Neunkirchen wird Langzeit-Parlamentarier Peter Wittmann abgelöst, im Mostviertel verlor Abgeordnete Renate Gruber eine Kampfabstimmung um den ersten Listenplatz zur Nationalratswahl – im Waldviertel steht der Abschied noch eines SPÖ-Urgesteins bevor: Konrad Antoni, der das einzige SP-Direktmandat im Wahlkreis hat, entging einer aussichtslosen Kampfabstimmung gegen den von Krems ins Spiel gebrachten Günter Steindl. Er verzichtete auf ein neuerliches Antreten als Spitzenkandidat.

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Konrad Antoni warf vor Kampfabstimmung gegen Steindl das Handtuch.

Der Abgang des Gmünder Bezirkspartei-Chefs verlief nach elf Jahren in Landtag bzw. Nationalrat ruppig. Keiner habe das Gespräch über die angestrengte Ablöse gesucht, klagt er. Er fühlt sich missinterpretiert: Der 2017 angekündigte Rückzug nach Ende der Legislaturperiode sei für 2022 gemeint gewesen, nach Interpretation der Bezirksgruppen- Vorsitzenden von Horn, Krems und Zwettl spielte die konkrete Dauer keine Rolle.

„Jetzt geht sie zu Ende“, sagt der Kremser Vorsitzende und Stadtchef Reinhard Resch. Der Zwettler Vorsitzende Herbert Kraus, der Antoni zuvor volle Unterstützung zugesagt hatte („hatte da noch nichts von der vor meiner Zeit getroffenen Vereinbarung gewusst“), schloss sich an. Günter Steindl, Landespartei-Geschäftsführer unter Sepp Leitner und nun Stadtrat in Gföhl, wurde vorige Woche „mehrheitlich“ als Nummer eins im Waldviertel nominiert.

Horns Bezirksparteichef Wiesinger in Landtag?

Die SPÖ im Bezirk Gmünd ist mit 1.300 Genossen die stärkste und bei Wahlen erfolgreichste Organisation im Wahlkreis, ab Herbst stellt sie dennoch erstmals keinen eigenen Abgeordneten mehr. SPNÖ-Chef Franz Schnabl: Es gehe nicht um den Heimatbezirk eines Abgeordneten, „er ist für alle seine Bezirke gleichermaßen verantwortlich“.

Gehörig wackelt dem Vernehmen nach auch das Mandat von Altlandesrat Maurice Androsch (Waidhofen/Thaya), der 2017 über die Landesliste ins Parlament kam. Schnabl dementiert das, die Entscheidung treffe der Landesparteirat am 5. Juli.

Ein Aufstieg steht indes Josef Wiesinger bevor: Horns Bezirkspartei-Chef winkt das Landtags-Mandat des ins EU-Parlament ziehenden Günther Sidl, oder alternativ ein Platz im Bundesrat. Mitarbeit: Martin Kalchhauser