Schweiz als Vorbild für E-Medizin. Niederösterreich will sich im Bereich der E-Medizin einiges abschauen.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 12. März 2019 (02:17)
Teresa Sturm
Stefan Zweidler, Kundenberater bei Schutz & Rettung Zürich zeigte Landesrat Martin Eichtinger deren Arbeitsweise in der Einsatzleitzentrale am Flughafen.

Käse, Schokolade und Uhren. Die Schweiz hat von vielen Dingen angeblich das Beste. Ob bei Geschmack oder Technik. Was Letzteres betrifft, ist unser Nachbar vor allem auch im Gesundheitsbereich ein Vorbild. Denn im Ausbau der E-Medizin sei die Schweiz weit vorne, sagt Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) im Zuge einer Studienreise mit einer Delegation aus Niederösterreich.

E-Medizin sei auch ein Thema, dass NÖ in den nächsten Jahren stark beschäftigen werde. Bis zum Sommer wolle man eine E-Medizin-Strategie präsentieren. „Da wollten wir uns an den Besten orientieren“, sagt Eichtinger, der Vorsitzende des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) ist. So besuchte die Delegation etwa „Medi24“, ein telemedizinisches Beratungszentrum mit dem Status einer Schweizer Arztpraxis in Bern. Dort arbeitet ein Team aus Ärzten und Pflegefachpersonen, das telefonische Hilfe bei medizinischen Fragen bietet.

Auch in Niederösterreich gibt es bereits seit 2017 mit „1450“, der tele fonischen Gesundheitsberatung, eine ähnliche Einrichtung. Nachdem diese bisher in NÖ, Wien und Vorarlberg getestet wurde, soll die Beratung heuer auf ganz Österreich ausgerollt werden, sagt Elfriede Riesinger, NÖGUS-Geschäftsführerin.

"E-Impfpass soll eingeführt werden"

Wo man bei „Medi24“ schon weiter ist: Es gibt nicht „nur“ Beratung, sondern via Telefon können auch Rezepte ausgestellt und Patienten krankgeschrieben werden. Außerdem können Fotos oder Videos geschickt werden, um eine bessere Beratung zu ermöglichen. Künftig würde man sich anschauen, was man davon auch bei „1450“ übernehmen werde, so Eichtinger.

Was jedoch fix in NÖ eingeführt wird, ist einerseits die elektronisch geführte Gesundheitsakte sowie der E-Impfpass. Dieser Pass soll etwa dazu beitragen, dass Doppelimpfungen vermieden werden.

Um Ambulanzen in NÖ weiter zu entlasten, sind im Land bis 2021 14 neue Gesundheitszentren geplant. Diese sollen nach Schweizer Vorbild entstehen, wie etwa die „Permanence“ am Bahnhof Zürich. Diese deckt einen Teil des Notfalldienstes von Zürich ab und übernimmt die Filter-Funktion für überfüllte Notfallstationen der Spitäler. Niederösterreichs Experten werden das Schweizer Know-how in den weiteren Ausbau der NÖ-Gesundheitszentren mit einfließen lassen, sagt Eichtinger.

Im Zuge der Reise besuchte die Delegation auch die Einsatzleitzentrale von „Schutz und Rettung“ am Flughafen Zürich. Die Kontakte zu den Entscheidungsträgern, die man durch die Reise kennengelernt hat, würden weiter gepflegt werden. Eichtinger will so weiterhin Infos über die Gesundheits-Strategien in der Schweiz bekommen.