Familienähnliche Betreuung besonders wichtig für Kinder. Am Tag der Familie unterstreicht die Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) die Wichtigkeit der Kinder- und Jugendhilfe. Etwa sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in NÖ erhalten derzeit verschiedene Formen an Unterstützung.

Von Theresa Bittermann. Erstellt am 15. Mai 2019 (13:18)
Büro LR Königsberger-Ludwig

Etwa ein Prozent der Kinder und Jugendlichen, das sind etwa 1.050 Kinder und Jugendliche, lebt derzeit in Niederösterreich in "voller Erziehung", wird also außerhalb der eigenen Familie aufgezogen. Dieser Wert sei über die letzten Jahre leicht zurückgegangen, hieß es auf NÖN-Anfrage im Büro Königsberger-Ludwig. 

Hingegen beziehen mittlerweile etwa drei Prozent verbindliche "vorgeschaltete Maßnahmen". Dazu zählt beispielsweise eine intensive Betreuung in den Herkunftsfamilien und begleitende Beratung. "Kinder brauchen eine Familie und am allerbesten die eigene. Deshalb tun wir alles dafür, um es möglich zu machen, die Kinder in ihren Familien zu lassen", sagt Clemens Klingan vom SOS Kinderdorf. 

Bindung zu Familie auch in Krisensituationen stark

"Egal was in den Familien passiert, die Kinder vermissen die Familie und sorgen sich um ihre Eltern", sagt Klingan. Daher gebe es mittlerweile auch das "Eltern-Kind-Wohnen" in SOS Kinderdörfern. Die gesamte Familie lebt dann in einem SOS Kinderdorf, wo an den Erziehungsmaßnahmen der Eltern gearbeitet wird und den Kindern so die Trennung von der Familie erspart wird. Dieses Modell habe durchaus Ausbaupotential für die Zukunft, sagt Clemens Klingan. 

"Gesamte Gesellschaft in der Verantwortung" 

"Ich bin überzeugt davon, dass die Unterstützung von Familien in Krisensituationen und vor allem von Kindern und Jugendlichen aus diesen Familien eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist", sagt die für soziale Verwaltung zuständige Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Bei der Unterstützung der Kinder in der eigenen Familie oder einer familienähnlichen Situation sei die öffentliche Hand jedenfalls gefragt. 

Zum 25. Mal gibt es am 15. Mai 2019 den Tag der Familie. "Die Herausforderungen sind aus meiner Sicht mittlerweile sehr groß geworden", sagt Königsberger-Ludwig. Das Familienbild habe sich stark verändert.