Landwirtschaftskammer warnt vor Glyphosat-Verbot. Präsident Johannes Schmuckenschlager befürchtet Wettbewerbsnachteil, steigende Abhängigkeit von Import-Produkten und Verlust regionaler Wertschöpfung.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 13. Juni 2019 (17:11)
LK NÖ/Franz Gleiß
Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager übt Kritik an dem nationalen Glyphosat-Verbot.

Überraschend einigten sich SPÖ und FPÖ, entgegen der ÖVP, in der gestrigen Parlamentssitzung auf ein Totalverbot für Glyphosat. Für Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager ist dieses Verbot nicht nur EU rechtswidrig, sondern auch vollkommen unverständlich: „Es kann nicht sein, dass ein absolut einseitiges, nationales Glyphosat-Verbot für Österreich beschlossen wird. Das würde einen extremen Wettbewerbsnachteil für unsere Bäuerinnen und Bauern gegenüber anderen EU-Länder bedeuten.“  

In weiterer Folge würde das zu einem höheren Anteil an Importprodukten, bei denen in der Produktion Glyphosat eingesetzt wird, in den Regalen führen, warnt Schmuckenschlager: vor Produkten aus Ländern mit niedrigeren Standards als in Österreich und vor einer zunehmenden Import-Abhängigkeit. Damit einher würde der Verlust von regionaler Wertschöpfung und Arbeitsplätzen im ländlichen Raum drohen, befürchtet der Landwirtschaftskammer-Präsident.

EU-weit ist das Pflanzenschutzmittel – in Österreich der am meisten eingesetzte Unkrautvernichter – bis 2022 zugelassen. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.