Landeshauptfrau schickt Videobotschaften an Wähler. "Lieber Lukas": Persönliche Wahlempfehlungen von Johanna Mikl-Leitner können seit heute per Video versendet werden. Die Landeshauptfrau spricht die Wähler mit Vornamen an und bittet so um ihre Stimme für die ÖVP am 26. Jänner. Die Clips gibt es in 230.000 verschiedenen Versionen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 17. Januar 2020 (11:09)
Die VPNÖ setzt im Wahlkampf auf personalisierte Videobotschaften. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner spricht in Clips persönliche Wahlempfehlungen aus und die Niederösterreicherinnen mit Vornamen an.
Screenshot: Lisa Röhrer

Alle, die einen hierzulande gängigen Vornamen haben, bekommen von der Landeshauptfrau nun auch vor der Gemeinderatswahl eine persönliche Wahlempfehlung. "Liebe Julia", heißt es etwa in dem Video, "am 26. Jänner sind Gemeindewahlen. Deshalb bitte ich dich um deine Stimme für das Team der Volkspartei in YY". 

Hier geht es zum Video: https://wahlaufruf.vpnoe.at/

Der Text, den Johanna Mikl-Leitner eingesprochen hat, dauert 40 Sekunden. Name und Gemeinde kann jeder selbst auswählen. Das Video, das es in ähnlicher Form schon bei der Landtagswahl gab, wird dann individuell zusammengestellt und kann verschickt werden. Insgesamt gibt es so 230.000 verschiedene Clips, die die Wähler davon überzeugen sollen, am kommenden Sonntag ihr Kreuzerl bei der ÖVP zu machen. Laut der VPNÖ wurden etwa 95 Prozent der in Niederösterreich vorkommenden Vornamen eingesprochen.

Ebner: "Haben 567 einzelne Kampagnen"

Mit dem Video will die Landespartei Wähler in allen 567 Kommunen erreichen. Ansonsten betont sie, dass es sich um Einzelwahlen handle. Deshalb gebe es auch zahlreiche verschiedene und individuelle Kampagnen. 

Drei Projekte holte die VPNÖ vor den Vorhang. Das Team der ÖVP Baden verzichtet auf Werbegeschenke. Laut dem ÖVP-Spitzenkandidaten Stefan Szirucsekwerden lediglich Stoffsackerl verteilt. "Sonst wollen wir das Geld lieber an heimische Vereine spenden", erklärt er. Vorgesehen seien dafür jeweils 600 Euro für 15 Vereine. Wer die bekommt, sollen die Badener per Online-Voting selbst entscheiden.

In Lengenfeld (Bezirk Krems) tritt Spitzenkandidat Jürgen Meier als Pilot auf. Sein Team ist die Flugzeug-Crew, die Gemeinde ein Flugzeug. Damit sollte den Bürgern vermittelt werden, dass der Spitzenkandidat mit einem neuen, jungen Team an den Start geht. 

Geachtet werde im Wahlkampf außerdem auf regionale Werbemittel. Ein Beispiel dafür sei die Kampagne in Kirchschlag (Bezirk Zwettl), wo etwa mit Samen-Packerl und Honig um die Stimmen der Wähler geworben wird. 

Gesetzt wird außerdem auf Schützenhilfe aus dem Bund und dem Land. So etwa in Gerasdorf (Bezirk Korneuburg) rund um ÖVP-Spitzenkandidatin Kristina Mandl: Zur Wahlkampf-Veranstaltung kam hier der Sebastian Kurz persönlich.

"Es gibt kein Patentrezept"

„Unsere 567 Gemeindeparteien zeichnen sich durch Kreativität und Engagement aus. Jede hat ihre individuelle und maßgeschneiderte Kampagne gefunden, die für die Situation vor Ort die passende ist.  Es gibt kein Patentrezept, dass auf alle 567 Wahlen anwendbar ist – aber gerade hier liegt unsere Stärke, da wir als Vor-Ort-Partei genau wissen, was wo gefragt ist und unsere Funktionäre vor Ort echte Wahlkampfprofis sind", betont Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner.