Rot-Weiß-Rot-Karte: Höheres Kontingent gefordert. Die Austrian Business Agency (ABA) soll künftig im Ausland nicht nur für den österreichischen Investitionsstandort, sondern auch für den heimischen Arbeitsmarkt werben. Das Budget wird dafür von 4,5 auf 7 Millionen Euro pro Jahr angehoben. Suchen wird sie vor allem IT-, Metall- und Elektrofachkräfte.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 14. Juli 2019 (18:01)
WBNÖ/Gerald Lechner

Der Wirtschaftsbund NÖ begrüßt diese Initiative zwar, fordert aber zugleich die Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte, um Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten ins Land zu holen. „83 Prozent der Betriebe haben Probleme, geeignete Mitarbeiter zu finden. Ohne qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland werden unsere Betriebe keine Aufträge mehr annehmen können“, erklärt Wirtschaftsbund-Landesobmann Wolfgang Ecker. Er fordert eine Erhöhung des Kontingents von derzeit bundesweit 300 Personen und den Ausbau regionaler Kontingente.

„Aufgrund des ‚first come-first serve‘-Prinzips kann passieren, dass Niederösterreich leer ausgeht“, so Ecker. Er kenne viele Beispiele aus dem Unternehmer-Alltag, wo der Mitarbeitermangel bereits massive Folgen habe: „Ein Gastwirt im Bezirk Neunkirchen muss zum Beispiel seinen Betrieb leider zurückfahren. Obwohl zu jeder Zeit genug Gäste kommen möchten und er eigentlich mehr Umsatz machen könnte, muss er die Öffnungszeiten einschränken. Er findet keine Mitarbeiter.“