Zwettl

Erstellt am 12. Juni 2018, 00:44

von René Denk

Chancen der Landwirtschaft: Nischen als Rettungsanker. „Wachstum wird nicht Allheilmittel sein“, meint die Landesbäuerin. Spezialisierung sorgt für Fortbestand von kleinen Höfen.

Nischen als Zukunftschance landwirtschaftlicher Betriebe bewerben Gerhard Zinner, Irene Neumann-Hartberger und Hermann Schultes.  |  René Denk

Wenn man in Niederösterreich eine Tagung zum Thema Nischen als Zukunftschance landwirtschaftlicher Betriebe durchführen will, eignet sich kein Ort besser als die Firma Waldland in Oberwaltenreith (Gemeinde Zwettl), die einer der ganz großen europaweiten „Player“ in diesem Segment ist.

Unter dem Dach von Waldland befinden sich fast 1.000 oft kleinere, bäuerliche Mitgliedsbetriebe, die rund 70 Spezialkulturen und Nischensegmente herstellen und vermarkten, wie beispielsweise den Waldland Edelwels.

"Wachstum wird nicht das Allheilmittel sein"

„Wenn es um Innovationen und Nischen geht, gibt es nur den ganz individuellen Weg mit viel Mut und Durchhaltevermögen“, sagt Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes. Seit mehr als 30 Jahren „beackert“ Waldland das „Feld“, bedingt durch die damaligen landwirtschaftlichen Strukturen im Waldviertel, weiß Geschäftsführer Gerhard Zinner.

Innovation ist auch eine große Chance, betont Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger: „Wachstum wird nicht das Allheilmittel sein, um am Weltmarkt bestehen zu können!“ Ein Drittel der Bäuerinnen bezieht ihr Einkommen außerhalb der Landwirtschaft, kann aber das Know-how in Nischen wieder an den Hof zurückbringen. Wie beim Gesundheitshof Schwechatbach im Helenental von Krankenschwester Marianne Edelbacher, die nun acht Pädagogen beschäftigt.