Kartellanwälte sollen Borealis-Deal kippen

Erstellt am 06. Juli 2022 | 04:39
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Symbolbild Borealis
Foto: Andreas Fussi
Der NÖ-Bauernbund will mit deutschen Anwälten den Verkauf der Düngemittelsparte an die tschechische Agrofert bekämpfen.

Anfang Juni hat die OMV-Tochter Borealis ihre Düngemittelsparte, die frühere Agrolinz, für 810 Millionen Euro an den tschechischen Agrofert-Konzern von Ex-Premier und Milliardär Andrej Babis verkauft.

Sehr zum Missfallen des NÖ-Bauernbunds mit Direktor Paul Nemecek und Landesvize Stephan Pernkopf, die vor einem „Düngemittel-Ausverkauf ins Ausland“ warnten. Der Deal gefährde die heimische Lebensmittelproduktion, denn die Bauernschaft sei auf Düngemittel angewiesen.

Nun will der NÖ-Bauernbund mithilfe der renommierten Kanzlei Hausfeld Rechtsanwälte aus Berlin ein vermeintliches Düngemittelmonopol bekämpfen.

Agrofert zählt mit 7,5 Milliarden Euro Umsatz (2021) und mehr als 200 Unternehmen zum führenden europäischen Hersteller von Pflanzennährstoffen mit Produktionsstätten in Deutschland, der Tschechischen Republik und der Slowakei. Der Bauernbund spricht angesichts der Konzerngröße von einem „Kampf David gegen Goliath“.

EU-Wettbewerbsbehörde soll prüfen

„Aufgrund der Größe des geplanten Deals hat die EU hier das Recht und viel mehr auch die Pflicht, den Verkauf äußerst kritisch unter die Lupe zu nehmen“, heißt es von Pernkopf und Nemecek in einer Aussendung.

Bei Borealis zeigt man sich zuversichtlich, „dass sich der Verkauf des Stickstoffgeschäfts an Agrofert positiv auf die Zukunft des Stickstoffgeschäfts in Österreich auswirkt“.

Agrofert bereite derzeit die Einreichung bei der EU-Kommission für die Fusionskontrollfreigabe vor. Die EU-Kommission werde die Marktsituation analysieren und die Ansichten aller relevanten Interessensgruppen einholen. Dabei werde man erläutern, „warum die Transaktion keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft“.