Ausbildung der Jugend im Fokus. Trotz Budgetkürzung bilden neue Facharbeiter, Ausbildungsgarantie für Junge und Frauen den Schwerpunkt beim AMS NÖ. Plätze für Deutschkurse halbiert.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 22. Januar 2019 (01:49)
Markus Sibrawa

Nachdem die Budgetmittel für die arbeitsmarktpolitische Förderung gekürzt wurden, muss auch das AMS Niederösterreich mit deutlich weniger Geld auskommen. Die 194,2 Millionen Euro für 2019 bedeuten ein um 23,3 Millionen Euro geringeres Budget als 2018.

Für Niederösterreichs AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich, der erst im Vorjahr das Amt von Karl Fakler übernommen hat, ist das zwar nicht erfreulich – aber auch kein Grund zur Verzweiflung. Die Kürzung hat er punktuell und nicht mit der „Rasenmäher-Methode“ umgesetzt. Demnach wird für drei Schwerpunkt-Bereiche gleich viel bzw. sogar mehr Geld zur Verfügung stehen als 2018.

Gestärkt wird vor allem der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Hergovich setzt auf die Ausbildungsgarantie für Jugendliche bis 25 Jahre. 41,9 Millionen Euro werden dafür und für die Beihilfe der Lehrstellenförderung aufgebracht. „Denn ein Jugendlicher ohne Ausbildung ist im Laufe seines Arbeitslebens bis zu zwölf Jahre arbeitslos gemeldet“, erklärt der AMS-Chef.

"Auch Fachkräftemangel ist heuer ein Schwerpunkt"

Erhöht wurden auch die Mittel bei den Jobsuchenden mit gesundheitlichen Problemen. Demnach will das AMS NÖ das anhaltend gute Wirtschaftswachstum auch nützen, um den Menschen mit Behinderungen bessere Chancen für die nachhaltige Integration am Arbeitsmarkt zu bieten. Allgemein setzt Hergovich auf eine rasche Vermittlung, damit bei 75 Prozent der Frauen und knapp 80 Prozent der Männer die Arbeitslosigkeit innerhalb von sechs Monaten beendet werden kann.

Und natürlich ist auch der Fachkräftemangel heuer ein Schwerpunkt beim AMS. Mit den 22,6 Millionen Euro sollen Aus- und Weiterbildungen finanziert werden, um den Bedarf an Fachkräften in der heimischen Wirtschaft in stark nachgefragten Bereichen zu decken.

Um den Frauen den Wiedereinstieg am Arbeitsmarkt zu erleichtern, wurde das Budget für Orientierungs- und Qualifizierungsprogramme nur marginal gekürzt.

Stark betroffen von den Kürzungen sind hingegen die AMSKursangebote. Hier ist für 2019 ein um 13 Millionen Euro geringeres Budget vorgesehen als 2018. Vor allem jene Kurse mit wenig arbeitsmarktpolitischem Erfolg wurden gestrichen. Darunter fällt auch eine NÖ-weite Halbierung bei den Plätzen für Deutschkurse (für Asylberechtigte und Österreicher) von 4.688 (2018) auf 2.142 heuer.

Weitere 12 Millionen Euro wurden beim Förderprogramm für langzeitarbeitslose Jobsuchende gekürzt. Darunter fallen auch die AMS-Förderungen von sechs Beschäftigungsprojekten wie zum Beispiel den SOMA-Sozialmärkten.

Dennoch ist Hergovich zuversichtlich, dass die Arbeitslosigkeit in NÖ weiter zurückgeht. „Laut den Prognosen wird im ersten Halbjahr 2019 weiter ein Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartet.“ Dieser Trend dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte aber deutlich abschwächen.