Dürnrohr-Müllverbrennung als Erfolgsmodell. Vor 25 Jahren wurde der Grundstein zur thermischen Müllverwertung in NÖ gelegt.

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 14. Juli 2021 (02:37)
440_0008_8125403_noe28_2_mva_zwentendorf_duernrohr_cevn.jpg
In der EVN-Müllverwertungsanlage in Zwentendorf/Dürnrohr werden bis zu 500.000 Tonnen Haus- und Sperrmüll jedes Jahr verbrannt.
EVN, EVN

„Der beste Abfall ist der, der gar nicht anfällt. Abfallvermeidung hat daher in Niederösterreich oberste Priorität“, sagte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) anlässlich „25 Jahre BAWU“ in der EVN Müllverwertungsanlage Zwentendorf/Dürnrohr.

Abfälle im Wert von einer halben Milliarde Euro

Um das Müllproblem umweltfreundlich zu lösen, entschied das Land im Februar 1994, Abfälle vor ihrer Deponierung thermisch zu behandeln. Als erster Schritt dafür wurde am 26. Juni 1996 die NÖ Beteiligungsgesellschaft für Abfallwirtschaft und Umweltschutz (BAWU) zur Errichtung einer thermischen Verwertungsanlage in Zwentendorf/Dürnrohr gegründet.

Pernkopf lobte die BAWU als „Topabfallmanagement für die Organisation der thermischen Verwertung“, die Schadstoffe in Abfällen zerstöre, wertvolle Energie erzeuge, Treibhausgas-Emissionen verringere und den Deponiebedarf auf ein Zehntel reduziere.

EVN-Vorstand Franz Mittermayer erinnerte an die seinerzeit lange Akzeptanzfindung und heikle Standortentscheidung und sprach von erneuerbarer Energie, da Müll immer wieder anfalle.

Seit 17 Jahren liefere die BAWU Müll per Bahn nach Dürnrohr, sagte BAWU-Aufsichtsratsvorsitzender Anton Kasser. „Die Abfälle entsprechen dem Wert von einer halben Milliarde Euro bzw. der Befüllung von 14 Cheops-Pyramiden, aneinandergereiht hätte der Zug eine Länge von 2.100 Kilometern. Täglich werden rund 100 Container angeliefert, die Einsparung liegt pro Jahr bei 1,1 Millionen Lkw-Straßenkilometern bzw. bei 10 Millionen Kubikmetern Erdgas und 100.000 Tonnen Steinkohle.“

NÖ will Recyclingquote weiter erhöhen

Rund 548 Kilogramm Abfall werden pro Person und Jahr in Niederösterreich gesammelt, das ist ein Plus von 30 Kilogramm seit 2013. Rund 200 Kilogramm davon sind nicht-recycelbarer Rest- und Sperrmüll, der verbrannt wird.

Derzeit liegt die NÖ-Trennquote mit 66 Prozent über dem Österreich-Schnitt von 60 Prozent. Die NÖ-Recyclingquote liegt aktuell bei 62 Prozent. Das Land will diese bis 2024 auf 65 Prozent erhöhen. „Klarer Schwerpunkt in den kommenden Jahren ist die Reduktion von Wertstoffen im Restmüll“, sagt Pernkopf.