Betriebsratsarbeit als Unternehmensvorteil. Niederösterreichischer Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund (NÖABB) will bei Unternehmern Bewusstsein für die positive Arbeit von Betriebsräten schaffen. Gute Kommunikation zwischen Unternehmen und Betriebsrat sei der Schlüsselfaktor.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 04. Juni 2020 (11:23)
NÖAAB-Landesobfrau Christiane Teschl-Hofmeister, Geschäftsführer von Elk-Fertighaus Stefan Steiner und Betriebsratsvorsitzender der Angestellten Reinhard Poppinger setzen sich für eine gute Zusammenarbeit von Betriebsrat und Geschäftsführung ein.
Stefanie Marek

Dass von Betriebsräten gerade in Krisenzeiten nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter große Vorteile haben, sondern auch die Unternehmen selbst, betonten NÖAAB-Landesobfrau Christiane Teschl-Hofmeister, sowie Geschäftsführer von Elk-Fertighaus Stefan Steiner und der Betriebsratsvorsitzende der Angestellten Reinhard Poppinger in einer gemeinsamen Pressekonferenz des Niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbunds und der Firma Elk. 

Teschl-Hofmeister bezeichnete die gute Zusammenarbeit von Betriebsrat und Unternehmen als "wichtig und gut". Und sieht die Zeiten des "Klassenkampfes" zwischen beiden Parteien als vorbei an. "Vor allem jetzt in der Krise wurde sichtbar, wie positiv Maßnahmen gesetzt werden können, wenn es einen Betriebsrat und eine gute Zusammenarbeit gibt“, so Teschl-Hofmeister.

Kurzarbeit und Homeoffice

Auch Steiner und Poppinger von Elk sprachen von einer hervorragenden Zusammenarbeit während der Krise. Mit 31. Mai beendete die Firma die Kurzarbeit und möchte über den Juni wieder auf Vollbetrieb hochfahren. Ungefähr jeder vierte Mitarbeiter sei ins Homeoffice gegangen. Auch nach der Krise werde Homeoffice ermöglicht werden, da man gemerkt habe, dass es für bestimmte Tätigkeiten sehr sinnvoll sei. Die Produktivität sei im Homeoffice teilweise höher gewesen als im Büro, so Schneider: "Corona hat uns auf jeden Fall einen Push in diese Richtung gegeben, wir wollen das auf jeden Fall fortführen."

"Ehrliche und fast tägliche Kommunikation mit den Mitarbeitern" über Telefon, Video und E-Mail sowie ein ständiger Austausch mit der Geschäftsführung seien laut Poppinger die besten Mittel gewesen um mit der neuen Situation während der letzten zehn Wochen im Sinne der Mitarbeiter und des Unternehmens umzugehen. Dass es ein "Fahren auf Sicht" gewesen sei und teilweise immer noch sei, gaben Schneider und Poppinger offen zu. Dass der Betriebsrat von Anfang an miteingebunden gewesen sei, sahen sowohl der Geschäftsführer als auch der Betriebsratsvorsitzende als sehr positiv und profitabel für Unternehmen und Mitarbeiter an. 

„Am Ende des Tages geht es uns allen um den Erhalt von unseren gut und lange ausgebildeten Mitarbeitern. Denn nur mit diesen Mitarbeitern schaffen wir eine Kundenzufriedenheit die uns neue Kunden bringen“, so Stefan Schneider.

„Ich freue mich über die hervorragende Zusammenarbeit. Ich denke als Betriebsrat an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an erster Stelle, gleichzeitig ist mir der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens ein Anliegen. Nur so können wir nachhaltig unsere Wirtschaft und damit Arbeitsplätze in Niederösterreich sichern und erhalten“, so Reinhard Poppinger.