Konsumentenschutz: Digitalisierung ist Neuland. Anragen zur digitalen Fragestellungen bei AKNÖ sind 2019 um 41 Prozent gestiegen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 21. Januar 2020 (02:11)
41.600 Beratungen wurden 2019 von den Konsumentenschützern der Arbeiterkammer Niederösterreichdurchgeführt. Neben dem Topthema Wohnrecht sind auch Digitalisierungsthemen immer stärker nachgefragt.kurhan
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Eine Rechnung über 20.000 Euro, weil das Firmenhandy im Ausland verwendet wurde – und dieses keine Kostenwarnung geschickt hat. Oder eine Heizkostennachzahlung in Höhe von 3.000 Euro. Die Themen, die die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Niederösterreich im Lauf eines Jahres beschäftigen, sind vielfältig. „Den größten Anstieg an Anfragen gab es bei der Digitalisierung“, erklärt AKNÖ-Präsident Markus Wieser. Es wurden um 41 Prozent mehr Anfragen gestellt, etwa zu Abofallen und
Fakeshops.

Topthema 2019 war bei allen Konsumentenschutzanfragen der Bereich Wohnrecht. Auch die Themen Finanzdienstleistungen, Telefon- bzw. Internetgebühren, Kfz, Reise und Digitalisierung waren 2019 in der Arbeit der Konsumentenschützer stark nachgefragt. Von den 41.600 Beratungen wurden über 30.000 telefonisch durchgeführt. Insgesamt sind 30 Personen der AKNÖ mit Konsumentenschutzberatungen befasst.

„Die Einführung des Bestellerprinzips wäre ein großer Erfolg.“ AKNÖ-Päsident Markus Wieser zu den Plänen der neuen Bundesregierung

Die große Herausforderung beim Thema Konsumentenschutz sei die Prävention, betonte AKNÖ-Direktorin Bettina Heise. Daher besucht die AKNÖ Schulen und informiert über Rechte und Pflichten von Konsumenten.

Außerdem gibt es gemeinsam mit der Wirtschaftskammer NÖ bereits längere Zeit Schlichtungsstellen für Rauchfangkehrer-, Installateurs- und Kfz-Themen. Seit 2019 gibt es solche Schlichtungsstellen auch für Immobilienmakler und für Probleme zum Thema 24-Stunden-Betreuung. Auch mit dem Landeskriminalamt gibt es eine Kooperation gegen Cybercrime.

Markus Wieser, Präsident der ArbeiterkammerNÖ.
Franz Gleiß

Was die neue Regierung angeht, so zeigte sich AKNÖ-Präsident Markus Wieser erfreut, dass im Regierungsprogramm die Einführung des Bestellerprinzips bei Maklergebühren verankert ist. Derzeit müssen Provisionen in der Regel von Mieterinnen und Mietern bezahlt werden, in Auftrag gegeben werden Objektvermittlungen aber von jemand anderem.

„Die Einführung des Bestellerprinzips wäre ein großer Erfolg“, so Markus Wieser. Auch dass die Bundesregierung ein einheitliches Mietrecht, egal ob Wohnungen oder Einfamilienhäuser angemietet werden, schaffen will, begrüßt die AKNÖ – und wünscht sich konkrete Maßnahmen zur Vergünstigung von Mieten. Noch handle es sich bei den Plänen nämlich um eine „unverbindliche Absichtserklärung.“

Die eingangs erwähnten Roamingkosten konnten übrigens auf 400 Euro reduziert werden. Und der Grund für die Heizkostennachzahlung wurde auch gefunden, nämlich das Alter des Heizsystems und mangelhafte Messgeräte.

Die AKNÖ-Konsumentenschützer raten, das Handy auf Flügen und Kreuzfahrten in den Flugmodus zu schalten bzw. auf das Roaming zu achten: Wo GPS nicht funktioniert, wird das Signal über Satellit empfangen – und das kostet.