VKI fordert Absicherung von Pauschalreise-Gutscheinen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat am Donnerstag in einer Aussendung eine Absicherung von Gutscheinen bei Pauschalreisen gefordert.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 27. März 2020 (11:02)
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Da das Außenministerium aufgrund der Coronavirus-Pandemie derzeit empfiehlt, von allen nicht notwendigen Reisen abzusehen, dazu auch Reisewarnungen bestehen und einige Staaten ihre Grenzen geschlossen haben, sollten betroffene Konsumenten vorsichtig sein.

Zwar besteht aufgrund der aktuellen Krise die Möglichkeit, kostenlos vom Vertrag zurückzutreten und das Geld zurückzuerhalten. "Wenn aber statt einer Rückzahlung Gutscheine angeboten werden, ist Vorsicht geboten. Gutscheine stellen in der derzeitigen Situation, in der die weitere wirtschaftliche Entwicklung und allfällige Insolvenzen nicht absehbar sind, keine verlässliche Ersatzleistung dar", warnte der VKI.

So bestehe bei Reisen, die über einen Reiseveranstalter gebucht wurden, zwar eine Insolvenzabsicherung, "diese bezieht sich aber nicht auf Gutscheine, die statt einer Rückzahlung angeboten werden", betonte der VKI, der deshalb eine Haftungsübernahme des jeweiligen Insolvenzabsicherers oder alternativ eine Klarstellung in der Pauschalreiseverordnung fordert.

Bestätigung des Insolvenzversicherers verlangen

Vorerst empfiehlt der VKI Betroffenen, die sich überlegen, statt einer Rückzahlung einen Gutschein zu akzeptieren, vom Reiseveranstalter bzw. Reisebüro eine schriftliche Bestätigung des Insolvenzversicherers zu verlangen, dass der Gutschein im Fall einer Insolvenz von der Insolvenzversicherung übernommen werde. "Wenn eine solche Bestätigung nicht erfolgt, muss von der Annahme eines Gutscheines abgeraten werden", lautet die VKI-Empfehlung, damit letztlich nicht die Konsumenten das Insolvenzrisiko tragen müssten.

"Eine Änderung der Pauschalreiseverordnung sollte dann auch gleich zum Anlass genommen werden, das Insolvenzrisiko von Fluglinien mit abzusichern. Aufgrund der Insolvenzen der letzten Jahre bei diversen Fluglinien besteht dringend Handlungsbedarf", sagte Thomas Hirmke, Leiter des Bereichs Recht im VKI.

AUA: "Schwere Krise für globale Luftfahrt"

Dazu berichtete die "Presse" in ihrer Freitag-Ausgabe, dass es die Airlines ihren Kunden derzeit nicht leicht machten, nachdem aufgrund von Covid-19 Hunderte Flüge gestrichen worden sind. So werde etwa in den Mails der Austrian Airlines (AUA), die sämtliche Flüge bis zum 19. April gestrichen hat, die Möglichkeit der Stornierung nicht "aktiv kommuniziert", wie die Fluglinie der Zeitung bestätigte.

"Es geht hier um eine schwere Krise für die globale Luftfahrt", bat man bei der AUA um Verständnis für die nicht gerade kundenfreundliche Vorgangsweise. Auf Nachfrage werde aber natürlich jedem Kunden sein Geld zurückgezahlt, hieß es gegenüber der "Presse". Mehr als 100.000 Menschen seien von stornierten AUA-Flügen betroffen.

Und neben den Kunden habe auch die Reisebüros Probleme mit Airlines, wie der "Kurier" am Freitag schrieb. Obwohl die Konsumenten ihre Reisen Corona-bedingt nicht antreten können, seien viele Fluglinien und Hotels nicht bereit, die Anzahlungen zurückzuüberweisen. "Die meisten großen Airlines weltweit haben die Rückzahlungen ausgesetzt", wurde Helmut Hirner, Obmann des Österreichischen Vereins für Touristik (ÖVT), in dem Bericht zitiert.

Einige Fluggesellschaften würden stattdessen Gutscheine anbieten und etliche Hotels, die ebenfalls bereits Anzahlungen erhalten haben, nicht einmal reagieren. "Unsere Gelder sind irgendwo auf der Welt. Ein Hotel in Ägypten beispielsweise denkt doch nicht daran, die Anzahlung zurückzuüberweisen", ärgerte sich Hirner. Reisebüros und Veranstalter könnten Regress einklagen, "aber wann und ob wir das Geld jemals sehen, ist fraglich".

Die mehr als 200 Mitgliedsbetriebe des ÖVT appellieren deshalb an die Regierung und fordern einen staatlichen Schutzschirm. In Form einer Entschädigung für abgesagte Pauschalreisen von 10 Prozent des Umsatzes für Reisebüros und 20 Prozent für Veranstalter. "Die Zeit drängt. Vor allem kleinen Reisebüros steht das Wasser bereits über dem Kopf. Sie überleben eine Situation wie diese maximal zwei Monate", warnte Hirscher im "Kurier".