Details zur "Corona-Kurzarbeit". Das neue Kurzarbeits-Modell ist aktuell in aller Munde. Michael Schwarz, Präsident der Rechtsanwaltskammer Niederösterreich, verrät wissenswerte Einzelheiten.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 19. März 2020 (15:46)
Bilderbox.com

Im Zuge der aktuellen Coronakrise hat die Bundesregierung ein neues Modell der Kurzarbeit, die sogenannte „Corona-Kurzarbeit“, ins Leben gerufen.

Bereits bekannt sind folgende Eckdaten: 400 Millionen Euro stehen dafür aus Bundesmitteln aktuell zur Verfügung. Das neue Modell ist für alle Unternehmen zugänglich – unabhängig von Branche und Größe.

Eine vereinfachte Abwicklung und die Arbeitszeitreduktion auf Null über längere Perioden eines Durchrechnungszeitraums ist ebenfalls Gegenstand der „Corona-Kurzarbeit“ – im Durchrechnungszeitraum müssen jedoch mindestens zehn Prozent erreicht werden.

Berechnung vom normalen Gehalt inklusive Überstunden

Michael Schwarz,Präsident der Rechtsanwaltskammer NÖ.
Werner Jaeger

Die weniger bekannten Details: Die Kurzarbeit kann mit 1. März rückwirkend beantragt werden. Die Berechnung des Entgelts – Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten ja je nach Verdienst 80 bis 90 Prozent des normalen Gehalts ausbezahlt – erfolgt vom normalen Monatsgehalt inklusive Zulagen und Überstunden, weiß Michael Schwarz.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld müssen ebenso bezahlt werden. Für die Dauer der Kurzarbeit erhalten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jedoch auch den aliquod reduzierten Entgeltanteil.

Die Differenzbeträge kann das Unternehmen wiederum beim AMS zurückverlangen.

Vorsicht bei Liquiditätsproblemen

So viel zur Arbeitnehmerseite. Doch wie sieht es im Detail für die Unternehmen aus? „Die Kurzarbeit hat nicht nur Vorteile“, sagt Michael Schwarz im Telefonat mit der NÖN. Der Arbeitgeber muss etwa die 80 bis 90 Prozent Gehalt seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz normal bezahlen – und erhält sie dann vom AMS refundiert. „Wenn das Unternehmen also Liquiditätsprobleme hat, kann das schwierig werden“, erklärt Schwarz. Außerdem kann die Kurzarbeit bei Schwierigkeiten nicht beendet werden. Wer sich für dieses Modell entscheidet, muss es durchziehen – auch, wenn etwa (noch) weniger Aufträge als geplant während der Kurzarbeit hereinkommen. Ein vorzeitiges Ende der Kurzarbeit, wenn mehr Aufträge anstehen und die Krise schneller vorbei ist als gedacht, ist hingegen schon möglich – allerdings nur mit Einverständnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dafür müsse aber ein neuer Antrag gestellt werden, so Schwarz. Alle finalen Details werde man aber erst wissen, wenn das AMS die Förderrichtlinien zur „Corona-Kurzarbeit“ veröffentlicht hat. Dies wird mit morgen erwartet.