Gaspreise fallen auf 18-Monatstief

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 04:18
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Beim Gasknotenpunkt Baumgarten (Bezirk Gänserndorf) fließt ein erheblicher Teil des russischen Erdgases nach Westeuropa.
Foto: Gas Connect Austria
Milder Winter, volle Speicher und geringere Verstromung sorgten für den Preisverfall. Kunden spüren davon aber noch wenig.

Trotz anhaltender Talfahrt der europäischen Großhandelspreise berappen Gas-Endkunden noch immer das Dreifache des Niveaus 2020. Bis zu knapp 30 Cent pro kWh zahlen Gaskunden derzeit laut E-Control. Milde Temperaturen, volle Speicher, weniger Gas-Verstromung und mehr Ausbeute aus den Erneuerbaren gelten als Treiber für den Preisverfall. Seit der Finanzkrise 2007 lag der Gas-Großhandelspreis bis 2020 bei rund 2 Cent pro kWh. Nach einem Allzeithoch im August 2022 mit 38 Cent liegt er nun bei 6 Cent pro kWh.

Darüber können Bestandskunden vorerst aber nicht jubeln. Viele sind verärgert, frustriert und reagieren mit Unverständnis über die beständig hohen Gas-Tarife und Rechnungen trotz sinkender Handelspreise. Auch die FPÖ poltert im Wahlkampf gegen „EVN-Abzocke“ und fordert von der EVN eine Rücknahme der Preiserhöhungen bzw. „sofortige Weitergabe“ der Senkungen.

„Wir haben in den letzten 18 Monaten auf den Energiemärkten eine Situation gehabt, die es in den letzten 100 Jahren noch nie gegeben hat“, sagt EVN-Sprecher Stefan Zach. Ausgelöst durch Putins Kriegsvorbereitungen im Herbst 2021 und den Kriegsbeginn im Februar 2022 wurden Österreichs Gasspeicher mit Gas zu Höchstpreisen befüllt. „Der Preis war getrieben mit der Sorge, dass im Winter zu wenig da ist“, sagt Zach. Und dass Putin Europa den Gashahn zudreht. Die Bevorratung sei wichtig und gut gewesen. Die damals bezahlten Höchstpreise fließen in aktuelle Tarife mit Preisgarantie ein.

Um generell das Risiko abzufedern, kauft die EVN rund 90 Prozent des Gases für ihre Kundschaft bis zu zwei Jahre im Vorhinein und den Rest zu aktuellen Marktpreisen. Neukunden, die jetzt einen monatlich angepassten Float-Tarif wählen, könnten von der jetzigen Marktsituation profitieren. Wenn sie so bleibt, wie sie ist.