Strompreis: So profitieren NÖ Haushalte von der Doppelförderung

Aktualisiert am 15. September 2022 | 09:33
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Strompreis Symbolbild
Strompreis Symbolbild
Foto: Maryia_K/Shutterstock.com
Strom-Subventionen und Rabatte sollen NÖ-Haushalten beim Geldsparen helfen.

Als Teil eines 312 Millionen schweren Anti-Teuerungspakets hat der NÖ-Landtag im Juli einstimmig fünf „blau-gelbe“ Hilfen beschlossen. Eine davon ist der NÖ-Strompreisrabatt für Haushalte in Niederösterreich.

Dieser 11-Cent-Landesrabatt pro Kilowattstunde (kWh) richtet sich dabei nach der Haushaltsgröße (nur für Hauptwohnsitzer) und ist de facto ein fixer Zuschuss zur Stromrechnung, der sich nach dem statistischen Durchschnittsverbrauch nach E-Control und nicht nach dem tatsächlichen Verbrauch berechnet.

NÖ-Landesrabatt und Bundesbremse
Strom: NÖ-Landesrabatt und Bundesbremse
Foto: Illustration: Yevgenij_D/Vectorfair/Shutterstock.com; Grafik: Prisching

Der Rabatt soll beginnend mit Oktober in Teilbeträgen über die Stromabrechnung von EVN, Wien Energie und Verbund abgezogen werden bzw. wird bei anderen Stromlieferanten direkt vom Land NÖ aliquot bis September 2023 ausbezahlt. Bislang gingen rund 230.000 Anträge für den „blau-gelben“ Landesrabatt bei EVN und Land NÖ ein. Wien Energie- und Verbund-Kunden können erst ab 26. September den Rabatt beantragen.

Strom-Gutschrift ist theoretisch möglich

Auch der Bund hat in der Vorwoche mit einer „Strompreisbremse“ für alle österreichischen Haushalte, wirksam ab Dezember und für Zweitwohnsitzer inklusive, eine Stromsubvention beschlossen. Kostenpunkt: bis zu vier Milliarden Euro. Konkret werden bis zu einem Verbrauch von 2.900 kWh bis zu 30 Cent/kWh gefördert, wobei der untere Schwellenwert bei 10 Cent und der obere bei 40 Cent liegen wird. Netzkosten (wie Nutzungs- und Verlustentgelt pro Kilowattstunde) kommen noch hinzu.

Einkommensschwache sollen zusätzlich entlastet werden: GIS-Befreite bekommen bis zu 200 Euro extra, Mehrpersonenhaushalte können einen Zusatzbonus beantragen. Eine vierköpfige Familie (siehe Grafik oben) bezahlt damit bei einem Strom-Arbeitspreis von 64,53 Cent einen „gebremsten Strompreis“ von 34,53 Cent für die ersten 2.900 kWh, für den Rest bezahlt die Familie ihren regulären Tarifpreis.

Für NÖ-Landsleute könnte diese Doppelförderung sogar Strom zum Nulltarif bedeuten – zumindest bei den Verbrauchskosten. In diesem Fall werde dieser Betrag von der Gesamtsumme der Rechnung, die auch Grundgebühr und Netzkosten enthält, abgezogen, heißt es vom Land NÖ.

EVN empfiehlt Tarif mit 12-Monate-Preisgarantie

Trotz der angekündigten Entlastungen herrscht bei den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern angespannte Stimmung. Viele wissen nicht, welchen Stromtarif sie wählen sollen, oder haben Probleme bei der Online-Rabattbeantragung. Um die Menschen bei ihren Fragen und Anliegen zu unterstützen, hat der landeseigene Energieversorger EVN Anfang September eine landesweite Infotour gestartet. Der Andrang ist genauso groß wie derzeit in den EVN Service Centern und auch die offizielle Hotline kann sich kaum vor Anrufern retten. EVN-Pressesprecher Stefan Zach entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, rät aber erneut, alle Anliegen wenn möglich online zu erledigen.

Außerdem wolle die EVN ihren Kunden mit dem neuen „Optima Flex Natur“-Tarif eine gewisse Sicherheit in der Krise bieten. Der EVN-Sprecher empfiehlt den Tarif mit 12-monatiger Preisgarantie ohne Bindung allen EVN-Kunden, vor allem jenen, die sich vor hohen Nachzahlungen schützen und sich die nächsten zwölf Monate nicht laufend mit dem Strompreisthema auseinandersetzen wollen.

Beim Online-Tarifwechsel winken zusätzlich bis zu 17 Prozent Rabatt, bei Wechsel in einem EVN-Kundencenter etwas weniger. Für Personen bzw. Haushalte mit einem besonders geringen Verbrauch erscheint der bestehende „Float“-Tarif möglicherweise noch immer sinnvoll. „Sicherer ist immer der Flex-Tarif, denn man weiß nicht, wohin sich die Preise noch entwickeln“, betont Zach.

In der Energiekrise sehe Zach aber auch eine positive Entwicklung. „Das Bewusstsein für einen nachhaltigen Stromverbrauch ist in den letzten Wochen und Monaten enorm angestiegen. Wir verzeichnen bereits einen Rückgang des Gesamtstromverbrauchs von zehn Prozent.“ Jeder Haushalt sollte sich aktiv mit dem eigenen Stromverbrauch auseinandersetzen und auf die Suche nach unnötigen Stromfressern gehen, empfiehlt Zach.

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