Künstliche Intelligenz zieht ein. „digital denken“ ist immer wieder Thema bei der Wirtschaftskammer und dem Wifi Niederösterreich.

Von Sophie Seeböck. Erstellt am 11. Oktober 2019 (15:02)

Heute wurde mit der Eröffnung des KI-Space (Künstliche Intelligenz, Anm.) im  Zentrum für Technologie und Design ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung gegangen. 

„Die Möglichkeiten der Angebote von künstlicher Intelligenz sind genauso vielfältig wie die ihrer Nutzung“, so die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich Sonja Zwazl. Von automatischer Geschichtserkennung, die Alter und Stimmung zu ordnen kann, über intelligente Aufzüge, die Unfälle und Wartungstermine melden, bis hin zu Diktier-Systemen, die Dialekte verstehen, konnte heute im modernen Space jede KI-Neuheit kennen gelernt werden.

Besonders ausgereift und schon in der Praxis bei namhaften Firmen angewandt ist ein Programm der Firma Deepsearch. Über zehn Jahre feilten sie an der Software, die den Kundenservice revolutioniert. Das KI-Programm hört im Hintergrund bei Gesprächen der Service-Mitarbeiter mit und schlägt Lösungswege vor.

„Normalerweise müssen neue Beschäftigte zwischen vier Wochen bis sechs Monaten für die Position im Kundenservice trainiert werden“, erklärt Geschäftsführer Roland Fleischhacker. „Mit unserer Technologie kann diese Zeit um 96% verkürzt werden. Es kann damit fast jeder der lesen kann diesen Job ausführen.“

Unternehmen für KI motivieren

Vor allem soll laut Sonja Zwazl die kritische Neugierde von Firmen und Unternehmen geweckt werden. „Wer die Dinge einfach geschehen lässt, wird Probleme bekommen“, so die Präsidenten der Wirtschaftskammer Niederösterreich. „Wer Digitalisierung und KI für sich gestaltet, wird dagegen am besten Nutzen daraus ziehen.“

Wichtig sei es, dass Unternehmen die Berührungsangst genommen werde und der Innovationsgeist, damit im weiteren Sinn auch die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit der Firmen steigt. „Es gibt schon viele vorbildhaft Betriebe, vor allem in Niederösterreich. Schwierig ist es nur diese vor den Vorhang zu holen“, so Günter Schwarz. „Das KI-Space soll nun ein Platz sein um Wissen zu teilen und gemeinsam zu arbeiten.“

Auch das Wifi Niederösterreich als zentrales Organ der Weiterentwicklung ist mit einem neuen Kurs-Angebot auf den KI-Zug aufgesprungen. „Mit unserer KI-Akademie bieten wir eine vierteilige Weiterentwicklungs-Möglichkeit für alle Interessierten“, sagt Andreas Hartl, Institutsleiter des WIFI. „KI-Basiskurs bis hin zum Profi oder Manager kommen alle auf ihre Kosten“. Der Kurs werde dezentralisiert an verschiedenen Standorten Niederösterreich stattfinden und mit einem Diplom abgeschlossen.

Neuste Technik vereint mit natürlichen Elementen

Das neu geschaffene KI-Space soll vor allem Platz zum Austausch und zur Weiterentwicklung bieten. Um Unternehmen wirklich mit KI in Verbindung zu bringen wird es in Zukunft Veranstaltungen geben. Durch das multifunktionale, moderne aber vor allem auch praktische Design des neuen Raumes sollen so viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten gegeben sein.

Durch Innenarchitektin Bianca Schönbichler wurde das Space mit den neusten technischen Details wie interaktiven Multitouch-Displays und digitalen Flipcharts ausgestattet. Durch eine bepflanzte Wand soll aber auch die Digitalisierung mit der Natur in Verbindung gebracht werden.

Auch die Tische und Wände können vielseitig beispielsweise als Tafeln genutzt werden. Als nächstes großes Event wird im November der internationale Programmier-Wettbewerb „Catalyst Coding Contest“ mit St. Pölten als „Host-City“ über die Bühne gehen.