Ofner: 2024 erst 80 Prozent des Vorkrisenniveaus. Flughafenvorstand Günther Ofner hofft zwar auf einen Aufschwung bei Flugreisen ab Sommer 2021, bis zum Wiedererreichen des Vorkrisenniveaus dürfte es aber noch Jahre dauern.

Von APA / NÖN.at Erstellt am 22. Oktober 2020 (13:21)
Flughafen-Chef Günther Ofner.
Gerald Burggraf

2022 und 2023 werden "Jahre des Aufholens", für 2024 schätze er, dass "wir bei 80 Prozent oder sowas des Verkehrsgeschehens von 2019 sind", so Ofner am Donnerstag bei der Gewinn-Messe. Von dort an sollte wieder ein gesundes Wachstum möglich sein. Das Bedürfnis nach Urlaub sei aber ungebrochen.

"Das wirkliche Schreckensszenario wäre, wenn auch der nächste Sommer verloren ist", so der Vorstand des Flughafen Wien. Das würde zu einem noch größeren Einbruch in der Hotellerie und Tourismuswirtschaft führen. Wenn es aber Impfungen "um die Jahreswende oder in den ersten Monaten 2021" geben sollte, und ab Ostern, oder spätestens im Sommer "eine gewisse Normalität einkehrt", dann werden die Fluglinien mit den bisher gewährten Hilfen das Auslangen finden und "die wichtigsten Kunden und Partner diese Krise überleben", schätzt Ofner. Auch der Flughafen sei sehr dankbar für staatliche Hilfen, insbesondere die Kurzarbeit.

Ofner wünscht sich weiter europaweit einheitliche Regelungen zur Freigabe von Reisen. Der Flughafen arbeite daran, Schnelltests anzubieten, mit denen sich Reisende vor dem Abflug noch testen lassen könnten. Man müsse aber erst sehen, welche Tests von den Behörden akzeptiert werden.

Eine Entscheidung über den Bau der dritten Piste dürfe man nicht jetzt in der Krise treffen, so Ofner. Ganz grundsätzlich gehe er aber davon aus, dass Menschen auch in Zukunft reisen wollen und weltweit seien nicht einmal 20 Prozent der Menschheit schon einmal in einem Flugzeug gesessen. Die weltweit wachsende Mittelschicht werde auch andere Länder kennenlernen wollen, das dürfte mittel- und langfristig zu mehr Flugverkehr führen.