Bargeld beim Wirt beheben: Neues System. Mit neuem Service soll Bargeld-Versorgung vor allem auf dem Land gesichert werden.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 21. August 2019 (12:19)
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Symbolbild

Das Bargeld ist dem Österreicher lieb und teuer. Dennoch erledigt er Geldgeschäfte gerne auch übers Internet. Die Folge ist, dass vor allem im ländlichen Raum Bankfilialen, deren Betrieb sich nicht mehr rentiert, schließen. Gleichzeitig verschwinden so immer mehr Geldautomaten. Neue Lösungen müssen also her.

Gemeindebund und Mastercard stellten daher heute, Mittwoch, ein neues Konzept vor, um die Bargeld-Versorgung am Land zu stärken: Künftig sollen Bürger einfach beim Nahversorger oder beim örtlichen Wirt Geld beheben können. Voraussetzung ist ein Einkauf bzw. eine Konsumation. Die höchstmögliche Behebungssumme sind 200 Euro. Zusätzliche Kosten entstehen nicht (siehe ganz unten).

Implementierung des Systems für Betriebe kostenlos

Bislang versuchten Gemeinden teilweise, die Filialschließungen mit eigens aufgestellten Bankomaten zu kompensieren, und trugen auch die Kosten dafür. „Das ist aber nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand“, stellt Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl klar. Nachsatz: „Die Bürger werden es nicht goutieren, wenn dafür Steuergelder verwendet werden.“

Der neue Service – Bargeld-Behebung an der Kassa – wird bislang schon von einigen Supermarktketten angeboten, österreichweit ca. in 3.000 Filialen. Ab sofort werden die Bürgermeister jener Kommunen, die zum Gemeindebund gehören (in NÖ 435 von insgesamt 573), über das Angebot informiert. Das Ziel ist, kleinere örtliche Händler für das neue Bargeld-Service zu gewinnen.

„Die Implementierung des Systems ist für die Betriebe kostenlos“, erklärt Christian Schicker von Mastercard Austria. Jene Händler, bei denen bislang noch keine Kartenzahlung möglich ist, sollen dafür günstigere Konditionen bekommen, sodass auch sie dann die Bargeld-Behebung anbieten können.

„Das neue System ist im urbanen Raum nur ein Gimmick, für den ländlichen Raum aber sehr wichtig“, erklärt Christian Rau (Mastercard Austria). Zwei wesentliche Vorteile gehen damit einher: Die teilnehmenden Betriebe nehmen eine starke Nahversorger-Funktion in ihrer Region ein und die Wertschöpfung bleibt im Ort. Bis Jahresende wird damit gerechnet, dass die Zahl der teilnehmenden Betriebe österreichweit auf etwa 4.000 steigt.