Erstellt am 14. Juni 2018, 07:29

von Carina Rambauske

Suche nach Erntehelfern blieb erfolglos. Weder Arbeitslose noch Asylberechtigte konnten für die Erntearbeit rekrutiert werden.

In Niederösterreich fehlen Erntehelfer. Im Bild: Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Hermann Schultes sowie Stephanie Theuringer-Prosser und Johannes Theuringer von der Betriebsgemeinschaft Theuringer in Raasdorf.  |  LK NÖ/Eva Lechner

„Wir sind hoffnungsvoll in die Jobbörse gegangen“, sagt Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ. Aber das Ergebnis war niederschmetternd. Die Bemühungen führten nicht zum Erfolg: Ende Mai riefen das AMS NÖ und die Landwirtschaftskammer NÖ eine Jobbörse in Tullnerfeld, St. Pölten und Gänserndorf ins Leben, um Saisonarbeitskräfte für die Land- und Forstwirtschaft – bis zu 300 fehlen in NÖ – zu gewinnen. 30 mögliche Dienstgeber und 350 Arbeitssuchende nahmen daran teil, „jedoch ist daraus kein einziges Arbeitsverhältnis zustande gekommen“, so Schultes.

Die Gründe dafür: Der Großteil der Asylberechtigten ist nicht mobil und somit nicht in der Lage Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erreichen. Zudem machen die kurze Beschäftigungsdauer sowie der erforderliche körperliche Einsatz die Arbeit in der Landwirtschaft wenig attraktiv. „Saisonarbeitsplätze können mit Arbeitssuchenden in Österreich nicht abgedeckt werden“, fordert der Präsident deshalb die zusätzliche Aufstockung der Kontingente von Saisonarbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten.

Schultes fordert rasches Handeln

Damit blitzte die Landwirtschaftskammer beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz jedoch ab, obwohl „unsere land- und forstwirtschaftlichen Betriebe dringend darauf angewiesen sind“, pocht Schultes auf rasches Handeln. Teile der Ernte, vor allem beim Spargel, drohen am Feld stehen zu bleiben. Die Einschränkungen, wenn es um die Anwerbung von Erntehelfern im Ausland geht, müssen abgebaut werden. Auch müsse dem Erntehelfer mehr Geld im Börserl bleiben, denn obwohl es in NÖ höhere Bruttolöhne als in Deutschland bezahlt werden, sei der Nettobetrag, aufgrund der hohen Abgaben, niedriger. „Gerade für Arbeitsverhältnisse, die nur für einige Wochen eingegangen werden, ist diese Situation gegenüber den Arbeitnehmern und den Betrieben unfair“, ärgert sich der Präsident.