SBO meldet Umsatzsprung im ersten Quartal. Der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) hat im Startquartal 2019 seinen Umsatz und den Auftragseingang kräftig gesteigert und den Gewinn unterm Strich mehr als verdoppelt. Das zusätzliche Geschäft kam diesmal vor allem vom internationalen Markt, also außerhalb Nordamerikas. "Das ist ein wunderbarer Beweis, wie gut wir strategisch aufgestellt und ausbalanciert sind", sagt CEO Gerald Grohmann.

Von Redaktion, APA. Update am 23. Mai 2019 (11:22)
NOEN, Christian Jungwirth/Schoeller-Bleckmann
Gerald Grohmann

"In den letzten Jahren - 2017/18 - haben wir fast ausschließlich vom nordamerikanischen Markt profitiert, international hat es da noch sehr geschwächelt", erklärte Grohmann am Donnerstag. Die 2014 begonnene Ölkrise habe auf den internationalen Märkten bis 2017 gedauert, und erst Ende 2018 sei international die Nachfrage gestiegen, während sich das USA-Geschäft zuletzt abgeflacht habe. "Wir haben uns in der Zwischenzeit strategisch so positioniert, dass wir in beiden Welten gut vertreten sind."

Die im Leitindex ATX der Wiener Börse notierte Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 28,6 Prozent auf 121,1 Mio. Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis (EBIT) legte um rund die Hälfte auf 20,2 Mio. Euro zu, und das Ergebnis nach Steuern verdoppelte sich auf 7,7 Mio. Euro. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich auf 36,8 Mio. Euro verfünffacht.

Die Auftragseingänge sind um 5,9 Prozent auf 128,4 Mio. Euro gestiegen und waren damit höher als der Umsatz, "das ist vor allem aus dem internationalen Geschäft gekommen und ist ein Zeichen für zukünftiges Wachstum", sagte Grohmann. Der Auftragsstand betrug Ende März 107,3 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 97,7 Mio. Euro). "Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt. Wir gehen davon aus, dass die Dynamik auf dem internationalen Markt anhalten wird, vorausgesetzt, die globale Konjunktur entwickelt sich weiterhin positiv."

"Amerika ist derzeit das produktionsstärkste Land der Welt, vor Saudi-Arabien und vor Russland", sagte Grohmann. Die Produktion sei in Nordamerika so stark gestiegen, dass es stellenweise auch Engpässe in der Infrastruktur gebe, vor allem in West-Texas. "Ich glaube aber, dass das temporär ist, weil die Pipelines werden gebaut und das sollte bis Ende des Jahres 2019 wieder behoben sein."

Es gebe aber auch einen zweiten Grund, warum das Nordamerika-Geschäft zuletzt abgeflacht sei: "Man darf nicht vergessen, dass in dieser Shale-Oil-Geschichte in den letzten zehn Jahren der ganze Cashflow in Wachstum investiert wurde. Jetzt klopfen die Investoren an und wollen auch irgendwann Returns sehen. Ein Teil des Cashflows geht jetzt nicht ins Wachstum hinein, sondern in die Befriedung der Investoren und Geldgeber - das ist ein ganz natürlicher Prozess, der nachvollziehbar ist." Diese Entwicklung sei auch "gar nicht so schlecht", weil früher viele befürchtet hätten, dass die USA die Produktionskapazität immer weiter steigern würden und damit immer ein Deckel auf dem Ölpreis bleiben würde, was aber nicht der Fall sei.

Grohmann geht davon aus, dass es nach den Krisenjahre in der Öl- und Gasindustrie weiterhin einen Nachholbedarf bei den Investitionen gibt und deshalb die Ausgaben für Exploration und Produktion (E&P) heuer weltweit um 4 Prozent steigen werden - wobei der Anstieg mit einem Plus von 7 Prozent vom internationalen Markt kommen soll, während sich die E&P-Ausgaben in Nordamerika heuer um 5 Prozent verringern dürften.

Mit 1. April hat Schoeller-Bleckmann seine Option zum Erwerb der Minderheitsanteile von 32,3 Prozent an der US-Tochter Downhole Technology ausgeübt. Es gebe mit einem der Minderheitsaktionäre noch eine Diskussion über die Bewertung der Anteile, aber man habe bereits in der Vergangenheit im Hinblick auf den erwarteten Optionspreis "für das Maximum vorgesorgt, es kann uns also aus diesem Titel in der Bilanz oder in der GuV nichts mehr treffen". Ein Teil des Preises werde im zweiten Quartal ausbezahlt, der Rest später.

Die Verlagerung der Maschinen von England und Mexiko - die dortigen Standorte werden geschlossen - nach Vietnam, teilweise auch nach Österreich und Houston, laufe nach Plan, sagte Grohmann. "Wir haben das Glück, dass wir 2014 in Vietnam ein Gebäude errichtet haben, das quasi leer steht - wird sind also nicht durch Bauarbeiten aufgehalten." Man sei in Vietnam bis Ende des Jahres ausgebucht und brauche die neue Kapazität dringend. Derzeit würden dort noch Leute geschult. Man beschäftige in Vietnam nur einheimische Mitarbeiter. "Wir haben nur zwei Expats dort, den Geschäftsführer und einen technischen Advisor."

Der Bestand an liquiden Mittel beläuft sich auf rund 270 Mio. Euro, man wäre also auch für eventuelle Zukäufe gerüstet. "Gutes billiges Geld muss man nehmen, wenn man es bekommt. Wir haben sehr gute Konditionen langfristig bekommen und haben uns natürlich eingedeckt", erklärte Grohmann. Bei Akquisitionen gehe man allerdings sehr selektiv vor.

Die Investitionen seien im ersten Quartal zwar auf 10,9 Mio. Euro ein wenig gestiegen, aber im Vergleich zu anderen Jahren seien sie noch immer auf einem niedrigen Niveau. Investiert werde vor allem in die Flotte - "Bohrmotoren und dergleichen werden ja vermietet, dafür brauchen wir eine Flotte". In Maschinen habe man in den Jahren 2012-2014 relativ viel investiert und habe daher nun einen geringen Investitionsbedarf.