Geschütztes Gebiet im Wienerwald wird erweitert. Die Fläche der geschützten Gebiete des Biosphärenparks Wienerwald wird um zusätzlich 3.500 Hektar ausgebaut.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 24. April 2019 (15:16)
NLK Reinberger
Raumplaner Thomas Knoll (l.) und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf präsentierten den nächsten Schritt in der Schließung des "Grünen Rings" um Wien.

Die Schließung des sogenannten „Grünen Rings“ um Wien geht weiter. Dieses Projekt, das die Agrar- und Grünräume um Wien nachhaltig sichern soll, wurde im Oktober 2018 initiiert. Der für Umwelt und Raumplanung zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) bezeichnete es als „das größte Regionalplanungsprojekt Niederösterreichs“. Im Zuge des Projekts gibt es verschiedene regionale Leitplanungen.  

Start der zweiten Leitplanung

Die erste dieser Leitplanungen wurde bereits Anfang April im Weinviertel gestartet. Jetzt wird mit der nächsten begonnen – konkret mit dem Westen des Grünen Rings, dem Biosphärenpark Wienerwald. Allein in Niederösterreich hat der Wienerwald eine Fläche von 95.100 Hektar, die 51 Gemeinden mit über 315.000 Einwohnern umfasst. Außerdem sind Acker- und Weinbauflure im Umfang von 2.1400 Hektar und wichtige Verkehrsachsen hier lokalisiert. Die Verzahnung dieser unterschiedlichen Aspekte sei „eine große Herausforderung“ betonte Pernkopf am Mittwoch vor Journalisten.

Zwei konkrete Maßnahmen

Das Ziel sei daher, den Schutz des Wienerwaldes weiter zu forcieren. Und das passiert mit konkret zwei Maßnahmen: Zum einen wurde bereits eine Verschärfung des Grundverkehrsgesetzes im NÖ Landtag beschlossen. Weinbauflure sind jetzt bereits ab einer Größe von 1.000 Quadratmetern und nicht erst 3.000 Quadratmetern vom Grundverkehrsgesetz erfasst. Das soll Spekulation mit Weinbauflächen verhindern. In den nächsten Wochen soll außerdem die Kern- und Pflegezonen-Verordnung, die nur für die Gemeinden des Biosphärenparks gilt, novelliert und in der Landesregierung beschlossen werden. Rund 3.500 Hektar Fläche werden so zusätzlich einen erhöhten Schutzstatus erhalten.

Ein Drittel der Fläche künftig streng geschützt

Der Hintergrund: Im Biosphärenpark Wienerwald gibt es aktuell 27 Kernzonen, in denen der Schutz von Fauna und Flora vorrangig ist und Baulandwidmungen verboten sind. Darüber hinaus gibt es 460 sogenannte Pflegezonen, die als Puffer zwischen den Kernzonen und dem Bauland dienen. Landwirtschaft und schonende Grünland-Nutzungen sind hier im Gegensatz zu den Kernzonen erlaubt. Die Pflegezonen umfassen aktuell rund 25.600 Hektar. Jetzt wird diese Zahl um 3.500 Hektar auf insgesamt 29.000 Hektar und 740 Pflegezonen erhöht. Das hat den Effekt, dass knapp ein Drittel der Fläche der 51 Gemeinden im Biosphärenpark Wienerwald streng geschützt ist.

„Noch vor dem Sommer“ soll übrigens die nächste Leitplanung des Gerichtsbezirks Schwechat starten, kündigte Pernkopf an.