Karfreitag: Wirtschaft fordert Ausgleich der Mehrkosten. Dass der Karfreitag ein halber Feiertag werden soll, begrüßt die NÖ Wirtschaft zwar, fordert aber Kostenersatz von der Bundesregierung.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 20. Februar 2019 (14:06)
Anita Kiefer
Symbolbild

Ab 14 Uhr wird der Karfreitag in Österreich ein Feiertag für alle werden. Das hat die Bundesregierung gestern bekannt gegeben. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung fordern in NÖ Ersatz für Mehrkosten.

Für die Unternehmen bedeute die Mehrregelung eine zusätzliche Belastung, sagt die Wirtschaftskammer (WK) NÖ. Bundesweit geht die WK von 200 bis 300 Millionen Euro aus. „Das ist zwar um die Hälfte weniger als bei einem ganzen Feiertag. Dennoch fordern wir von der Bundesregierung einen Ausgleich für die entstehenden Mehrkosten“, so WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl zur neuen Karfreitags-Regelung, die bereits heuer gelten soll. 

Handel, Tourismus und Industrie hauptbetroffen

Betroffen seien von der Neuregelung in erster Linie der Handel, der Tourismus und die Industrie. Ein Offenhalten der Geschäfte für den Handel sei für Zwazl daher besonders wichtig. „Gerade vor dem Hintergrund des steigenden internationalen Wettbewerbs und der Tatsache, dass Österreichs Wirtschaft hier mit der Vielzahl an Feiertagen schon jetzt einen Wettbewerbsnachteil hat, darf es ganz einfach zu keiner weiteren Mehrbelastung für unsere Betriebe kommen“, so Zwazl.

"Noch einige Fragen offen"

Ähnlich sieht das auch der Präsident der Industriellenvereinigung NÖ, Thomas Salzer. „Bereits jetzt gibt es in Österreich – auch ohne Karfreitag – mit insgesamt 13 gesetzlichen Feier- plus mindestens 25 Urlaubstagen eine im internationalen Vergleich sehr hohe Zahl an arbeitsfreien Tagen.“ Einige Dinge seien jedenfalls noch zu klären: „Bei der gestern verlautbarten Regelung für eine EU-konforme Karfreitagsregelung bleiben aus Sicht der Industrie noch einige Fragen zur rechtlichen Ausgestaltung offen. Gerade für jene Betriebe, die im Schichtsystem produzieren könnten Mehrkosten für die Nachmittags- und Nachtschicht am Karfreitag entstehen“, sagt Salzer in einer Stellungnahme gegenüber der NÖN. Aus seiner Sicht könnten vor allem auf exportorientierte Produktionsbetriebe Mehrkosten zukommen. Salzer erwarte sich aufgrund der Ankündigung der Bundesregierung, dass es insgesamt keine Mehrbelastung für Unternehmen geben werde, eine „rasche Kostenentlastung“, etwa bei den Lohnnebenkosten.