Herr Blaha hat einen neuen Job

Immer mehr Langzeitarbeitslose in NÖ. In Gramatneusiedl (Bezirk Bruck) hingegen gibt es seit Mai dieses Jahres keine mehr.

Norbert Oberndorfer
Norbert Oberndorfer Erstellt am 16. September 2021 | 05:52
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Karl Blaha (53) ist einer von 104 ehemaligen Langzeitarbeitslosen im AMS-Projekt MAGMA in Gramatneusiedl (Bezirk Bruck).
Foto: Oberndorfer

Karl Blaha hat den Sprung geschafft. Der im Herbst 2019 arbeitslos gewordene Schuhfachhändler ist jetzt Brandschutzbeauftragter bei Logistics & Transport Europe (LTE), einer Wartungsfirma für Lokomotiven, die sich am Gramatneusiedler Bahnhof ansiedelt.

Blaha ist einer von 25 ehemaligen Langzeitarbeitslosen in der Gemeinde Gramatneusiedl (Bezirk Bruck), die über das international einzigartige AMS-Modellprojekt MAGMA den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft haben.

„Ohne Beschäftigung ist mir langweilig“

„Der Geschäftsführer des Unternehmens LTE, Andreas Mandl, hat mein Foto in der NÖN (Anm, wir berichteten über MAGMA im Mai) gesehen und mich kontaktiert“, erzählt Blaha. Dass er Feuerwehrkommandant in Gramatneusiedl ist, im Ort bekannt und gut vernetzt ist, habe ihm bei der Jobzusage sicherlich geholfen. Verlässlichkeit, Lernbereitschaft, die Arbeit sehen, umtriebig zu sein und positiv voranzugehen: Das seien Attribute, auf die es letztendlich bei der erfolgreichen Jobbewerbung ankomme. „Ohne Beschäftigung ist mir langweilig“, gesteht Blaha.

Deshalb gab er wohl auch anderen MAGMA-Teilnehmenden Deutschunterricht und stellte ihnen die Auslage seines ehemaligen Schuhgeschäfts für handgearbeitete MAGMA-Produkte zur Verfügung.

Bis Jahresende könnte laut AMS bundesweit die Zahl der Langzeitarbeitslosen von derzeit 79.008 auf 101.600 Personen steigen, in NÖ um 54,3 Prozent auf 17.000. In Gramatneusiedl hingegen gibt es seit Ende Mai keine Langzeitarbeitslosen mehr. Damit sei das wichtigste Projektziel von MAGMA überraschend schnell erreicht worden, sagt AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich. „Die größte Herausforderung ist und bleibt die intensive Betreuung der Betroffenen durch das AMS bzw. im Projekt selbst“, so Hergovich.

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind nicht mehr arbeitslos und wollen so auch nicht wahrgenommen werden“, sagt MAGMA-Projektleiterin Daniela Scholl. Derzeit sind 44 Personen in dem AMS-Projekt angestellt und arbeiten dort in Projektbereichen wie Alltagsbegleitung, Möbelaufbereitung, Grünraumpflege im öffentlichen Raum, Kräutermanufaktur und in dem Buchprojekt "Gramatneusiedl entdecken".