Jochen Flicker: „Unsere Betriebe stehen doppelt unter Druck"

Erstellt am 17. August 2022 | 05:53
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WKNÖ-Spartenobmann Jochen Flicker 
WKNÖ-Spartenobmann Jochen Flicker
Foto: Josef Bollwein
Gewerbe-& Handwerksbetriebe in NÖ drängen auf rasche Entlastungen.

„Den Ankündigungen müssen jetzt dringend Taten folgen. Beim Energiekostenzuschuss muss rasch und unbürokratisch Geld fließen“, fordert Jochen Flicker, der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ). Der Hilfeschrei nach Entlastungen aufgrund der hohen Energiepreise kommt nicht von ungefähr. Das zeigt auch das aktuelle WKNÖ-Wirtschaftsbarometer.

„Ganze 99 Prozent unserer Betriebe sehen in den hohen Energie- und Kraftstoffkosten den Grund für steigende Preise. 93 Prozent nennen dazu die Preise von Vorleistungen und Material, die weite Teile unseres Gewerbes und Handwerks ganz besonders stark treffen“, betont Flicker. Mehr als 70 Prozent wollen eine Senkung der Mineralölsteuer.

Vor allem in den ländlichen Regionen sind die Firmen durch weite Fahrwege von den hohen Treibstoffkosten besonders betroffen. „Wenn dann etwa ein lokaler Bäckerei-Betrieb angibt, dass er jetzt 40 Prozent mehr für Mehl, vier Prozent mehr für Personal, 20 Prozent mehr für Material und doppelt so hohe Strompreise stemmen muss, dann kann sich das ohne Preiserhöhungen nicht ausgehen“, so Flicker.

Die Sorge aufgrund der hohen Preise und Energiekosten ist bei den Unternehmern sogar größer als jene des Arbeitskräftemangels. Flicker: „Unsere Betriebe stehen mittlerweile doppelt unter Druck – weil uns die Arbeitskräfte fehlen und uns die steigenden Preise immer weniger Luft lassen.“