Neue Arbeitsmodelle: Partnerbörse für den Job

Erstellt am 24. Mai 2023 | 07:00
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Jobsharing
Katharina Miller und Sigrid Uray-Esterer sind überzeugt, dass Jobsharing eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Arbeitnehmerinnen ist.
Foto: Jobtwins
Job Sharing soll die Chancengleichheit für Frauen am Arbeitsmarkt erhöhen.

Treffer gibt es nicht nur auf Datingplattformen, sondern auch bei der Jobsuche. Katharina Miller und Sigrid Uray-Esterer gründeten mit „Job Twins“ eine Art Dating-Plattform für den Arbeitsmarkt. Ein Algorithmus bringt Job-Bewerberinnen und Bewerber, die in Teilzeit arbeiten wollen, aber etwa nicht auf Führungspositionen verzichten wollen, als berufliches Pärchen zusammen.

Geteilte Verantwortung, geteilte Arbeitszeit, eine Position: Darauf basiert das Konzept des Job Sharing. Das „Job-Paar“ teilt sich eine Position, wobei beide dieselbe Verantwortung tragen. Wichtig ist, dass die Geschäftszeiten des jeweiligen Unternehmens bedient werden. Dabei haben die Zusammengewürfelten die Wahl, wie sie sich die Wochenstunden aufteilen. „Zu zweit deckt man mehr als Vollzeit ab und ist somit ein Benefit für einen Arbeitgeber“, sagt Miller von „Job Twins“. Der finanzielle Mehraufwand für Unternehmen sei gemessen an den positiven Effekten des Job Sharing gering, heißt es vom Job-Twin-Duo.

Veränderungen bei Führungsstrukturen notwendig

Sozial- und Arbeitsrechtsexperte Wolfgang Mazal sieht Job Sharing als Möglichkeit, um in herkömmlichen Hierarchien zu arbeiten. Er plädiert aber für einen grundsätzlichen Wandel der Führungsstrukturen: „Unternehmen müssten Führung so umstrukturieren, dass die Bedürfnisse der Arbeitskräfte beachtet werden und so zum Beispiel Führungspositionen auch in Teilzeit zu ermöglichen.“ Uray-Esterer und Miller sehen im Job Sharing einen Schlüssel, um den Karriereknick von Müttern nach der Karenz abzufedern. „Jobsharing bietet Teilzeitkräften die Möglichkeit, weiterzukommen, sprich mittel- bis langfristig mehr zu verdienen“, erklärt Uray-Esterer.