Niederösterreich

Update am 03. Januar 2019, 14:45

von Christine Haiderer

Land Niederösterreich verstärkt Bemühungen um Jungärzte. Für die Ärzte der Zukunft: Unter dem Motto „Heuer Matura - in wenigen Jahren Ärztin/Arzt?“ will die NÖ Landeskliniken-Holding Menschen, die heuer ihre Matura machen, ermutigen, Medizin zu studieren.

Symbolbild  |  Shutterstock, Chinnapong

„Wir brauchen in Zukunft mehr junge Medizinerinnen und Mediziner, die ihren Beruf als Ärzte in Niederösterreich antreten können“, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Daher will man junge Menschen motivieren, Medizin zu studieren.

An der Karl Landsteiner Privatuni in Krems werden derzeit 353 Studierende ausgebildet, in Zukunft werden das 450 sein. „Damit können wir ein Drittel der in Niederösterreich benötigten Mediziner ausbilden“, so Pernkopf. Darüber hinaus braucht es aber mehr Ärzte, ausgebildet unter anderem an der Medizinischen Uni Wien.

Dort konnten früher 2.000 Menschen studieren. Inzwischen sind es an allen Unis in Österreich insgesamt nur 1.600. 10 Mal mehr würden sich aber bewerben, so Pernkopf. Daher plädiert er für mehr Studienplätze. Dazu brauche es eine neue Leistungsvereinbarung zwischen der Medizinischen Uni Wien und dem Wissenschaftsministerium.

Maturanten mit Interesse am Medizinstudium können sich übrigens ab 14. Jänner bei 22 Informationsveranstaltungen in den NÖ Kliniken über Jobaussichten, Aufnahmetest (im Juli) und den Vorbereitungskurs (im Mai in St. Pölten) informieren. Der Vorbereitungskurs des Landes NÖ soll bei der Vorbereitung auf den Aufnahmetest helfen und kostet 699 Euro. Wobei das Land 50 Prozent der Kurskosten fördert, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden (wie zum Beispiel Hauptwohnsitz in Niederösterreich usw.)  Von 345 Kursteilnehmern hätten es 120 ins Studium geschafft. Das sind 33 Prozent, nicht nur 10 Prozent wie im Österreich-Schnitt.  

Rahmenbedingungen für Ärzte

Um Ärzte in Niederösterreichs Spitälern zu halten, gibt es zudem die Ausbildungsmillion zur Fort- und Weiterbildung. An vielen Standorten gibt es Dienstwohnungen und Kinderbetreuung. Zudem sind bis zu 15 Tage Sonderurlaub für Weiterbildung möglich. Es gibt unterschiedlichste Teilzeitmodelle.  

Für die erste Zeit im Krankenhaus gibt es Checklisten, eine Logbuch zur Dokumentation, Skripten für die ärztliche Basisausbildung, spezielle Seminare und eine online-Bibliothek. Darüber hinaus können Ärzte, die für ihre Allgemeinmediziner-Ausbildung eine Lehrpraxis machen müssen, seit Herbst bei der Landeskliniken-Holding angestellt bleiben. Wenn sie das wollen. „Wir schicken sie für sechs Monate auf eine Dienstreise“, vergleicht Markus Klamminger, medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding. Die Lehrpraxis bei einem niedergelassen Arzt macht nur 30 Stunden aus. Dadurch würden Betroffene weniger verdienen. Bleiben sie aber bei der Holding, machen sie die 30 Stunden auswärts – wie auf Dienstreise – und können zusätzlich Nacht- und Wochenenddienste im Krankenhaus übernehmen.

„Es ist die richtige Zeit dafür, es sind die richtigen Angebote“, glaubt Patientenanwalt Gerald Bachinger, der auch darauf verweist, dass nicht nur im Spital Ärzte künftig gebraucht werden, sondern auch im niedergelassenen Bereich. Hier müsste die Umsetzung der Primärversorgungseinheiten seiner Ansicht nach, noch rascher erfolgen, um die passenden Rahmenbedingungen für künftige Ärzte zu schaffen.

Infos für Interessierte am Medizin-Studium: www.noe-studiert-medizin.at