Flughafen Wien mit Passagierrekord im Jahr 2018. Die Flughafen-Wien-Gruppe ist 2018 stark gewachsen und rechnet 2019 sowohl bei Passagieren als auch beim Gewinn noch einmal mit einer 10-prozentigen Steigerung. In Wien hatte es am letzten Tag des Jahres 2018 den 27-Millionsten Passagier gegeben, inklusive Tochter-Flughäfen Kosice und Malta hat die Gruppe 34,4 Mio. Passagiere abgefertigt. 2019 sollen es noch einmal 8 bis 10 Prozent mehr werden.

Von APA Red und Teresa Sturm. Update am 22. Januar 2019 (14:20)

Das würde für Wien rund 30 Millionen Passagiere bedeuten, für die ganze Gruppe rund 38 Millionen. Auch der Gewinn des börsennotierten Unternehmens soll um zehn Prozent zulegen. Finanzzahlen für 2018 gibt es zwar noch nicht, der Flughafen bestätigt aber, die Ankündigung (Guidance) von "über 148 Mio. Euro" für 2018 erreicht zu haben und verspricht zugleich für heuer einen weiteren Anstieg um zehn Prozent auf "über 165 Mio. Euro" Gewinn. Zugleich sollen rund 240 Mio. Euro investiert werden. Die Zahl der Arbeitsplätze soll auf 25.000 steigen.

Teresa Sturm

Freuen dürfen sich die Aktionäre (vor allem Stadt Wien, Land Niederösterreich und der australische Fonds IFM), denn die Dividende für 2018 soll um 30 Prozent steigen, die Ausschüttungsquote von 50 auf 60 Prozent angehoben werden. Für 2017 waren knapp 60 Mio. Euro ausgeschüttet worden.

Die Strategie, die man vom Unternehmen gefahren ist, um die Langstreckenflüge weiterzuentwickeln sei außerdem aufgegangen, sagt Vorstandsdirektor Julian Jäger. „„Wir hatten ein starkes Wachstum beim Langstrecken-Anteil.“ Afrika etwa hätte im vergangenen Jahr ein Passagierplus von 29,8 Prozent verzeichnet, so Jäger.

"Wachstumstreiber am Flughafen Wien waren vor allem Austrian Airlines, gefolgt von Laudamotion und der easyJet-Gruppe", teilte der Flughafen am Dienstag mit. Vor allem Billig-Airlines und die Langstrecke legten zu. 74 Fluglinien bedienen 205 Destinationen in 71 Ländern, wobei fast die Hälfte (47,5 Prozent) der Passagiere mit der AUA flogen. Die ganze Lufthansa-Gruppe kam auf rund 62 Prozent der Passagiere, Laudamotion auf 2,2 Prozent, die Easyjet-Gruppe auf 4,9 Prozent. Die Anzahl der Starts und Landungen stieg um 7,3 Prozent, das Frachtaufkommen um 2,6 Prozent auf 295.427 Tonnen.

Auch für 2019 bleibt die Prognose vonseiten der Flughafen AG positiv. Jäger rechnet mit einem Passagierplus von 3,5 Millionen für die gesamte Gruppe.

Zuschlag für drittes Hotel in Kürze

Flughafen-Vorstand Günther Ofner geht davon aus, dass der Wiener Flughafen seine Passagierzahl heuer um ein Zehntel auf rund 30 Millionen Passagiere steigern wird, bis 2025 soll das Passagieraufkommen auf 35 Millionen steigen und bis 2030 auf 40 Millionen. "Wir werden in Kürze 25.000 Beschäftigte am Standort haben -möglicherweise schon 2019, allerspätestens aber mit der Eröffnung des neuen Office Parks im Mai 2020 werden wir diese Schallmauer durchbrechen."

Dafür seien heuer Investitionen von rund 240 Mio. Euro geplant. "Das betrifft den Weiterbau des Office Parks, das betrifft die Projektentwicklung im Terminalbereich - Umbau Terminal 2, Süderweiterung, Revitalisierung Pier Ost -, das betrifft aber auch ein neues drittes Hotel am Standort." Geplant sei ein Low-Budget-Hotel mit 300 bis 400 Zimmern. "Es hat über 60 Bewerbungen gegeben. Es wurde jetzt eine Shortlist der letzten fünf gemacht und wir werden in den nächsten Tagen die Entscheidung treffen, wer den Zuschlag bekommt." In die Erneuerung und Erweiterung der Sicherheitssysteme sollen in den kommenden drei Jahren 10 Mio. Euro investiert werden. "Zur Zeit ist das Vergabeverfahren im Laufen. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Monaten den Zuschlag erteilen können", sagte Jäger.

Der Umbau des Terminals 2 soll laut Jäger in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Vor allem das Dach müsse erneuert werden. "Der Terminal 2 ist 1960 in Betrieb gegangen und dementsprechend an sein Lebensende gelangt." Man werde auch eine neue Lounge bauen, eine zentrale Sicherheitskontrolle und vier neue Gepäckausgabebänder. Die Bauarbeiten sollen aber nicht zu mehr Verspätungen führen. "Im Gegenteil: Wir werden bis zu 100 zusätzliche Mitarbeiter in der Sicherheitskontrolle aufnehmen."

Beim Thema dritte Piste gebe es nichts Neues zu berichten, sagte Ofner. "Derzeit liegt die Sache zur Entscheidung beim Verwaltungsgerichtshof. Wir hoffen, dass es im ersten Halbjahr eine Entscheidung geben wird." Sollte es keine dritte Piste geben, "dann wird man den Mangel verwalten", sagte Ofner. "Es muss dann bewirtschaftet werden, wer überhaupt in Wien landen oder starten kann." Selbst bei idealen Voraussetzungen werde eine dritte Piste nicht vor 2030 verfügbar sein. Jäger zeigt sich jedoch "optimistisch, dass wir in die Nähe der 40 Millionen Passagiere auch im Zwei-Pisten-System kommen können."

Ofner warnt vor drohendem Verkehrsinfarkt

Flughafen-Vorstand Günther Ofner fordert einen raschen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur rund um den Flughafen Schwechat sowie eine völlige Abschaffung der Ticketsteuer. Problematisch sieht Ofner auch die Bemühungen der EU-Kommission zur Neuordnung der Tarifbestimmungen.

"Man soll an den Grundfesten der Tarifregelung nicht rütteln", so Ofner im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag. Er befürchtet eine Neuregelung des Tarifregimes durch die EU-Kommission und eine Zentralisierung der Kompetenzen. Derzeit können EU-Mitgliedstaaten ihre Flughafentarife innerhalb eines gesetzlichen Rahmens selbst bestimmen.

Im Rahmen der Steuerreform wünscht sich Ofner von der Politik eine vollkommene Abschaffung der Ticketsteuer. Die Halbierung habe bereits das Verkehrs- und Passagierwachstum stark begünstigt und Österreich eine zusätzliche Wertschöpfung von 500 Mio. Euro gebracht. Eine völlige Tilgung würde vor allem Billigfluglinien entlasten und dem Finanzminister noch mehr Einnahmen bringen, sagte er.

Auch ein rascher Aktionsplan für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur steht im Forderungskatalog der Flughafen Wien AG. Konkret werden Umfahrungen zur Entlastung der umliegenden Ortsdurchfahrten, eine Hochleistungsstrecke zwischen Flughafen - Bruck/Leitha - Budapest/Bratislava sowie die "Ertüchtigung" des Schienennetzes im Raum Wien gefordert. Letzteres soll eine höhere Frequenz des CAT (City Airport Train) ermöglichen, dessen Passagierwachstumsrate bei 20 Prozent liegt. "Wenn nicht rechtzeitig die Verkehrsinfrastruktur rund um den Flughafen ausgebaut wird, dann droht tatsächlich ein Verkehrsinfarkt."