Mehr Geld für Lehrlinge und Familien . Angehörige der niederösterreichischen Landarbeiterkammer profitieren ab 1. September von erhöhten Zuschüssen und Beihilfen. Vor allem Lehrlingen, wie auch Familien und „Häuslbauern“ soll damit unter die Arme gegriffen werden.

Von Sophie Seeböck. Erstellt am 21. Oktober 2019 (17:36)
LAK
(v.l.n.r.) NÖ Landarbeiterkammer-Präsident Andreas Freistetter, Lehrling Christian Sonderer, der seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann mit Schwerpunkt Agrar im Lagerhaus Ebreichsdorf absolviert sowie Raiffeisen Lagerhaus Wiener Becken-Geschäftsführer Erich Reisenbichler.

Dank solider Finanzgebarung und steigendem Umlagenaufkommen in den letzten Jahren, war es der Landarbeiterkammer möglich, mit 1. September zahlreiche Zuschüsse und Beihilfen anzuheben. Die Mitglieder der Kammer können sich über stärkere und zielgerichtetere finanzielle Unterstützung freuen.

Besonders die junge Generation profitiert von den neuen Zuschüssen, da die Lehrlings-, wie auch die Führerscheinbeihilfen von 100 auf 150 Euro angehoben wurden. „Immer mehr Betriebe suchen junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte. Die Lehrlinge von heute sind unsere Facharbeiter von morgen und unsere Zukunftshoffnungen für eine nachhaltige und zukunftsfitte Land- und Forstwirtschaft“, betont NÖ Landarbeiterkammer-Präsident Andreas Freistetter, der sich für einen Anstieg der Lehrlingsplätze in der Land- und Forstwirtschaft stark macht. „Mit unseren Förderungen wollen wir unsere Lehrlinge zusätzlich motivieren, den eingeschlagenen Weg erfolgreich zu bestreiten“. Um die erhöhte Lehrlingsbeihilfe in der Höhe von 150 Euro kann am Beginn und nach dem erfolgreichen Ende der Lehrzeit angesucht werden. Wer seinen Berufsabschluss mit ausgezeichnetem Erfolg schafft, bekommt eine zusätzliche Prämie von 100 Euro. Die Führerscheinbeihilfe soll Lehrlinge bei der Finanzierung des B-Führerscheins helfen und wird in der Höhe von 150 Euro für Lehrlinge zur Verfügung gestellt.

Aus insgesamt 15 land- und forstwirtschaftlichen Lehrberufen, die von Klassikern, wie der Ausbildung zum Gärtner oder Forstfacharbeiter, über die Lehre zum Weinbau- und Kellerwirtschaftsfacharbeiter bis hin zu seltenen Berufen wie Pferdewirtschaftsfacharbeitern reichen, können junge Interessierte ihre Berufswahl treffen. Neue Lehrberufe wie zum Beispiel die Ausbildung zum Berufsjäger, sollen derzeit mit einer Initiative auf Bundesebene eingeführt werden.

Doch nicht nur jungen Kammerangehörigen, sondern auch Familien soll mit dem Ausbau der Förderungen unter die Arme gegriffen werden. Die Landarbeiterkammer bezahlt Schul- und Studienbeihilfen, wie auch Ausbildungszuschüsse und Kinderbetreuungszuschüsse aus, die nun jeweils um 20 Euro erhöht wurden. Bis zum vollendeten 40. Lebensjahr können Kammerangehörige außerdem ein nun erhöhtes Baudarlehen um bis zu 25.200 Euro in Anspruch nehmen. „Damit wollen wir speziell Jungfamilien im ländlichen Raum unter die Arme greifen“, so Freistetter.