Mietpreise steigen stärker als Einkommen. Eine aktuelle Wohnstudie im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen zeigt, dass Wohnen zu einer immer größeren finanziellen Belastung im Haushaltsbudget wird. 54 Prozent der Niederösterreicher empfinden Wohnen als nicht mehr leistbar.

Von Erna Kazic. Erstellt am 15. November 2019 (13:13)
Otto Koutny und Helge Haslinger präsentierten die Ergebnisse der Integral-Wohnstudie in St. Pölten.
Sparkasse NÖ

Die Miet- und Immobilienpreise in Niederösterreich steigen stärker als das Einkommen und die Fixzins-Kredite für Eigentumswohnung sind hingegen günstig wie noch nie. Die Erste Bank und Sparkassen hat eine Wohnstudie beim Marktforschungsinstitut Integral in Auftrag gegeben, welche nun vom Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Niederösterreich Helge Haslinger und Otto Koutny vom Projekt- und Retailmanagement (Wohnen und Institutionen) präsentiert wurde. 

84 Prozent der Niederösterreicher haben laut der Integral-Befragung den Eindruck, dass die Miet- und Immobilienpreise stärker gestiegen sind als das Einkommen. Laut aktuellen Statistiken sind die Häuserpreise seit 2008 tatsächlich fast dreimal und die Mietpreise bei Neuvermietungen fast doppelt so stark als das Haushaltseinkommen gestiegen. "Die Entwicklungen sind problematisch. Die Wohnkosten sollten maximal 30 Prozent des Einkommens betragen, doch heute verschlingt der Faktor Wohnen bei vielen bereits deutlich mehr", so Helge Haslinger. 

Bedarf bei geförderten Wohnen

Leistbares Wohnen liegt laut der Studie bei den Niederösterreichern bei 5,60 Euro pro Quadratmeter. Die Landeshauptstadt St. Pölten liegt mit 4,83 Euro pro Quadratmeter unter diesem Wert und ist somit leistbarer als zum Beispiel Tulln oder Mödling. 

Untersucht wurde auch der gemeinnützige Wohnbau. 67 Prozent der befragten Niederösterreicher sehen den gemeinnützigen Wohnbau als wichtig. In St. Pölten sind es sogar 96 Prozent. Laut Haslinger werden im Schnitt 15.000 geförderte Wohnung in Österreich fertiggestellt, allerdings liegt der Bedarf bei 22.000 Einheiten pro Jahr. 

Immobilienkauf als Alternative

Der Kauf einer Immobilie ist eine Alternative, um den steigenden Mietpreisen zu entgehen. Allerdings sind auch hier die Preise gestiegen. Der Null-Leitzins der Europäischen Zentralbank mache aber Kreditzinsen so günstig wie noch nie. Haslinger empfiehlt daher: "Die Niedrigzinsphase wird noch länger anhalten. Diese niedrigen Zinsen muss man sich sichern". 

Die Sparkasse Niederösterreich setzte im Bereich Wohnen mit der Baulandaktivierung, der Immobilienmesse und dem Projekt St. Pöltner Wohnstraße Initiativen. "Diesen Weg wollen wir in den nächsten Jahren fortsetzen und aufgrund des hohen Bedarfs sogar intensivieren", so Koutny.