NÖ-Würze für AMA-Produkte. Christina Mutenthaler soll nach blau-gelbem Vorbild bald Erzeugnisse aus ganz Österreich vermarkten.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 22. Januar 2019 (02:43)
BMNT/Paul Gruber
In der Österreich-Halle der Grünen Woche: Umweltministerin Elisabeth Köstinger und die neue AMA-Kulinarik-Leiterin Christina Mutenthaler (rechts) mit dem Mühldorfer Leopold Kausl, der mit seinen Marmeladen, Schnäpsen und Säften aus Wachauer Marillen in Berlin die blau-gelben Fahnen hochhält.

Königskrabben oder Elchwürste aus Norwegen, Wein aus Russland, Currys aus Indien: Auf der Grünen Woche in Berlin kann man sich – zu Ziehharmonika-Klängen und umgeben von Dirndln, Landwirtschaftsmaschinen, Kälbern und Hengsten – gerade durch die ganze Welt kosten. Im Alltag liegen bei den Österreichern aber „heimische Produkte im Trend“, ist sich Umweltministerin Elisabeth Köstinger sicher. Darum, dass sich diese auch auf die Qualität der rot-weiß-roten Produkte verlassen können, und deren Image weiter gesteigert wird, soll sich die Laimbacherin Christina Mutenthaler kümmern.

Beim Empfang der Agrarmarkt Austria (AMA) in der deutschen Hauptstadt wurde die bisherige Leiterin der Initiative „So schmeckt NÖ“ als Spitze der neu gegründeten Kulinarik-Abteilung der AMA vorgestellt. Ab März wird sie in Zusammenarbeit mit den einzelnen Regionen eine Strategie für die Positionierung und Vermarktung österreichischer Produkte entwickeln. Der Schwerpunkt liegt im Aufbau eines Qualitäts- und Herkunftssicherungssystems. „Regionale Produkte sollen so für Konsumenten leichter erkennbar sein und für Produzenten bessere Vermarktungsoptionen bieten“, so Mutenthaler.

Das notwendige Vorwissen bringt die 34-Jährige, wie sie im NÖN-Gespräch erzählt, aus Niederösterreich mit: „Die Initiative ‚So schmeckt NÖ‘ funktioniert gut. Das Land ist ein Vorbild auf Bundesebene.“ Die einzelnen Regionen hätten Strategien entwickelt, um den Menschen ihre Besonderheiten schmackhaft zu machen. Beispiele seien der Most oder die Pielachtaler Dirndl. In der Gemeinschaftsverpflegung und im Tourismus werde Regionalität hierzulande ebenfalls groß geschrieben.

Nur vier geschützte Produkte aus NÖ

Doch auch im blau-gelben Bundesland gibt es Luft nach oben: etwa bei den Produkten mit geschützter Ursprungsbezeichnung oder geografischer Herkunft. Davon gibt es in Österreich 17. Aus NÖ kommen die Wachauer Marille – die bis 27. Jänner auch auf der Grünen Woche das blau-gelbe Aushängeschild ist – der Waldviertler Graumohn, Most und Marchfelder Spargel. Der Waldviertler Karpfen befinde sich im Entwicklungsprozess und auch Waldviertler Kriecherl etwa hätten, so Mutenthaler, gute Chancen, bald als EU-weit geschützte Produkte geführt zu werden.

Aber nicht nur die Vermarktung der österreichischen Produkte soll forciert werden, auch der gesetzliche Rahmen wird, wenn es nach Köstinger geht, strenger: „Wir wollen eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutat verarbeiteter Produkte“, forderte die Umweltministerin in Berlin.

Dort wurde auch gezeigt, dass rot-weiß-rote Erzeugnisse auch außerhalb der Landesgrenzen beliebt sind: Vor allem Getränke und Käse verhalfen Österreich 2018 zum Allzeithoch bei den Agrar- und Nahrungsmittel-Ausfuhren. Diese stiegen im Vergleich zu 2017 um 3,9 Prozent auf 11,55 Milliarden Euro.