Erstellt am 18. Mai 2018, 11:06

von NÖN Redaktion

12-Stunden-Tag: Mahrer gegen "Gräuelpropaganda". Der Wechsel an der Spitze der Wirtschaftskammer ist erfolgt. Leitl-Nachfolger Präsident Harald Mahrer warnt: "Wer Unternehmer schlägt, trifft auch die Mitarbeiter."

Harald Mahrer  |  APA

517.000 Mitgliedsbetriebe der Wirtschaftskammer haben seit Freitag 9.40 Uhr einen neuen Präsidenten. Harald Mahrer (45) folgt nach 18 Jahren Christoph Leitl an der Spitze der Wirtschaftskammer.  Der neue Präsident forderte vor allem ein Ende des "Unternehmer-Bashings".

Diese Forderung beim Wirtschaftsparlament war ausdrücklich an die bisherigen Sozialpartner auf Arbeitnehmerseite -Gewerkschaft und Arbeiterkammer - gerichtet. Ausdrücklich wandte er sich dabei gegen "Gräuelpropaganda" im aktuellen Konflikt um die Arbeitszeit. "In diesem Land wird niemand gezwungen, 12 Stunden zu arbeiten", versprach er. Es werde auch niemand gezwungen, 60 Stunden pro Woche zu arbeiten, Überstunden würden abgegolten, versicherte er: "Alles andere stimmt nicht".

Angebot für eine "Zukunfts-Partnerschaft"

Grundsätzlich appellierte der neue Wirtschaftskammerchef, alle würden im selben Boot sitzen. "Wer die Unternehmen schlägt, trifft auch immer die Mitarbeiter", warnte er.

In der Diskussion um die Sozialpartnerschaft bot Mahrer eine Weiterentwicklung zu einer "Zukunfts-Partnerschaft" an. Man müsse dabei wegkommen vom "Unternehmer-Bashing" und Basar-Methoden meinte er an die Adresse der Arbeitnehmerorganisationen. Man müsse sich den großen Herausforderungen der Zeit stellen.

Millionenbetrag für neue triale Ausbildung

Vom neuen Wirtschaftskammerpräsidenten gab es zum Amtsantritt eine konkrete Ankündigung. Ab Herbst werde ein dreistelliger Millionenbetrag in die Bildung investiert. Damit solle die duale Ausbildung zur trialen Ausbildung ergänzt um die digitale Ausbildung. Besonders viel Applaus gab es für die eindringliche Bitte an die Bundesregierung, den "Vorschriftenmüll" zu entsorgen.

"Respekt" Leitls für die Anwesenheit von Strache

Mit stehenden Ovationen war zuvor Christoph Leitl bei der Kammerversammlung in Wien, der seit 2000 im Amt war, verabschiedet worden. Leitl hat zuvor Vizekanzler Heinz-Christian Strache besonders begrüßt, der erst etwas verspätet zu den Ehrengästen Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz gestoßen war.

"Respekt, dass Sie gekommen sind", sagte Leitl zum FPÖ-Obmann und Vizekanzler, dessen Freiheitliche gehörig an Kammerpflichtmitschaft und Sozialpartnerschaft rütteln. Die nächste Generation sei zum Dialog bereit, betonte Leitl. Seinem Nachfolger Mahrer versicherte er: "Du findest nirgends soviel Sachverstand wie in diesem Haus."