Wolfgang Schirak: „2021 wird nicht besser als 2020“. Pandemie-bedingt ist die heimische Autobranche in einer Krise, so Wolfgang Schirak, Branchenobmann des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer NÖ.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 27. Januar 2021 (05:12)
„So schlimm war es noch nie!“ Wolfgang Schirak ist seit vier Jahrzehnten in der Autobranche.
Lechner

NÖ Corona hat die Autohändler mit voller Kraft erwischt: 47.614 Pkw wurden 2020 neu zugelassen – ein Minus von 22,1 Prozent. Der St. Pöltner Wolfgang Schirak, Branchenobmann des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer NÖ, hat derzeit viele schlaflose Nächte.

NÖN: Ein Fünftel weniger Autoverkäufe – eine Katastrophe?

Wolfgang Schirak: Corona hat uns alle erwischt, auch uns Autohändler – jeden Autohändler. Ich fürchte, das werden einige nicht überleben. Die Lage ist dramatisch.

Aber das Jahr 2021 wird besser …

Schirak: Nein! Ich denke, dass 2021 nicht besser als 2020 wird. In Zeiten wie diesen überlegt man schon mehr als zweimal, ob man sich ein neues Auto kaufen soll. Viele sind arbeitslos, viele sind in Kurzarbeit. Die Verunsicherung der Bevölkerung spüre ich deutlich. Um die Lage am Pkw-Markt zu stabilisieren, dürfen keine neuen finanziellen Belastungen für noch mehr Unsicherheit sorgen!

Sie denken jetzt an die NoVA neu?

Schirak: Generell sind Steuererhöhungen wie diese Gift für den Markt. NoVA neu dient rein zur Geldbeschaffung der Regierung. Sie wird der Umwelt nichts bringen, weil alte Fahrzeuge länger auf der Straße bleiben werden. Die NoVA neu ist zudem eine enorme Zusatzbelastung für die Wirtschaft. 2024 wird die NoVA-Obergrenze bei Pkw übrigens bei 80 Prozent liegen.

2020 legten die E-Autos in NÖ um 79,3 Prozent zu – zufrieden?

Schirak: Ehrlich gesagt: Ich halte wenig von der E-Zwangsbeglückung der Politik!

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