Niederösterreich

Erstellt am 10. Januar 2019, 16:35

von Anita Kiefer

EU-weite Fairness gefordert. Mehr als ein Viertel der Unternehmen mit Sitz in Niederösterreich sind dem Handel zuzuordnen. Herausforderungen für die Branche sind unterschiedliche steuerliche Bestimmungen im In- und Ausland, Digitalisierung und globale Entwicklungen.

Präsentierten Zahlen zur aktuellen Situation des NÖ Handels: Ernst Gittenberger von der KMU-Forschung Austria (v. l.), Spartenobmann Franz Kirnbauer und Spartengeschäftsführer Karl Ungersbäck.  |  Kiefer

Der NÖ Handel ist ein zentraler Wirtschaftssektor für Niederösterreich. Das sagt Franz Kirnbauer, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer (WK) NÖ. Und auch am bundesweiten Handel hat Niederösterreich einen wesentlichen Anteil. Das zeigen aktuelle Zahlen der KMU Forschung Austria: 39 Prozent der marktorientierten Wirtschaft in Niederösterreich wird im Handel erzielt. Mehr als ein Viertel der Unternehmen sind im Handel tätig. Und: Ein Fünftel der Handelsunternehmen haben ihren Sitz in Niederösterreich. Ebenso hoch – nämlich 20 Prozent – ist der Anteil des Handelsumsatzes in Österreich, der im blau-gelben Bundesland erzielt wird.

„Uns ist klar, dass die Digitalisierung auch vor unserer Branche nicht Halt macht“, erklärt Franz Kirnbauer am Donnerstag vor Journalisten. Immerhin kaufen bereits 60 Prozent der Niederösterreicher Online ein. Es brauche aber konkurrenzfähige Bestimmungen. Große internationale Anbieter würden nach wie vor kaum Ertragssteuer zahlen. WKNÖ-Handelsspartengeschäftsführer Karl Ungersbäck appellierte in diesem Zusammenhang an die EU-Mitgliedsstaaten, endlich ein einheitliches Steuersystem für den gesamten EU-Raum umzusetzen. Auch eine Digitalsteuer würde helfen, hier sei er aber nicht sehr optimistisch, so Ungersbäck.

Für die kommenden zwei Jahre sieht Kirnbauer eine Stagnation der Situation im Handel. „Für 2019 und 2020 gehe ich von einer Seitwärtsbewegung aus. Was danach ist, ist globalpolitisch sehr schwer einzuschätzen.“ Für das Weihnachtsgeschäft 2018 geht Kirnbauer von einem leichten Minus von 0,5 Prozent gegenüber 2017 aus, die genauen Zahlen für Dezember liegen aber noch nicht vor.

In Niederösterreich gibt es aktuell 15.340 Handelsunternehmen, die 115.660 Mitarbeiter beschäftigen und 2017 einen Umsatz von rund 49,4 Milliarden Euro generiert haben. Die Gewinne vor Steuern machen rund 2,7 Prozent des Netto-Umsatzes aus.