St. Pölten

Erstellt am 23. Oktober 2018, 00:24

von Anita Kiefer

Barbara Komarek: ,„Das Anliegen: Neue Gäste“. Barbara Komarek, NÖVOG-Geschäftsführerin, über ihre Aufgaben und Frauen in der Technik.

Die neue NÖVOG-Geschäftsführerin Barbara Komarek im Gespräch mit NÖN-Wirtschaftsressortleiterin Anita Kiefer.   |  Franz Gleiß

NÖN: Sie sind seit 1. Oktober Geschäftsführerin der NÖVOG. Wie haben Sie sich auf diese Aufgabe vorbereitet?

Barbara Komarek: Ich habe die Grundausbildung gemacht, alle Organisationseinheiten besucht und versucht, schnell im operativen Geschäft in die Tiefe zu kommen. Ich denke, das ist wichtig, um das Unternehmen verstehen zu können.

Bei Unternehmen, die mit Technik zu tun haben, ist eine Frau an der Spitze noch immer ungewöhnlich. Fühlen Sie sich als Pionierin?

Komarek: Ich war mein ganzes Berufsleben lang oft die einzige Frau in Männerdomänen. Ich habe es immer als selbstverständlich empfunden, dass eine Frau in unserer Gesellschaft alles erreichen kann.

Ihr Vorgänger Gerhard Stindl war bei Ihrer Antritts-Pressekonferenz nicht dabei. Ist er im Bösen gegangen?

Komarek: Ganz und gar nicht. Ich kann jedem, der neu in eine Funktion kommt, wünschen, dass der Vorgänger einen so herzlich durch die Anfangszeit trägt. Er hat mir alles gezeigt, was ihm wichtig war.

Seit längerem ist im Gespräch, dass die NÖVOG die Kamptalbahn, das Schweinbarther Kreuz und Puchbergerbahn von den ÖBB übernehmen könnte. Wie weit sind die Gespräche?

Komarek: Die Gespräche mit dem Bund laufen. Wann sie zu Ende sind, kann ich nicht sagen. Sie sind auch ergebnisoffen.

Im Vorjahr hatte die NÖVOG über eine Million Fahrgäste. Wie sieht es für heuer aus?

Komarek: Wir werden heuer diese hohe Fahrgastzahl von rund 1,1 Millionen aus dem Vorjahr übertreffen. Selbstverständlich ist es als neue Geschäftsführerin mein Herzensanliegen, dass wir immer mehr Gäste begrüßen können.

Die NÖVOG wird in Kürze in Ihre neue Zentrale am Alpenbahnhof ziehen. Der Bezug ist für Jahresende geplant. Wird dieser Plan halten?

Komarek: Der Zeit- und der Kostenplan halten. Die Kosten sind ja mit 15,7 Millionen Euro indexiert. Wenn die Arbeiten weiter so vorangehen, werden wir mit 10. Dezember einziehen.

Im Juni gab es ein schweres Zugsunglück auf der Mariazellerbahn. Gibt es Lehren, die daraus gezogen werden?

Komarek: Es ist klar, dass bei so einem Unfall die Untersuchungskommission des Bundes und auch unsere eigene kommen. Uns wurde attestiert, dass wir alles richtig gemacht haben. Im Eisenbahnwesen gibt es ganz strenge Vorschriften für die Ausbildung und auch die laufende Schulung der Triebfahrzeugführer. Die Basis ist also sehr gut. Und: Das Ermittlungsverfahren läuft noch.

Wann ist es abgeschlossen?

Komarek: Wir gehen davon aus, dass das im ersten Quartal 2019 sein wird. Dann wird vor Gericht verhandelt werden.