Urlauber wollen neue Pfade. Griechenland ist das beliebteste Urlaubsziel. Alternativen zu Touristen-Hochburgen werden gesucht.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 10. September 2019 (05:47)
Quelle: Verkehrsbüro Group/Stand 5.9.2019; Foto: Ivan Vasilev/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Die Erholungsuchenden in Niederösterreich sind Gewohnheitstiere. Zumindest, wenn es nach der Bilanz von Ruefa Reisen geht. Wie schon im Jahr 2018 waren die fünf favorisierten Urlaubsländer Griechenland, Spanien, Türkei, Ägypten und Italien.

Die Türkei steigerte sich aber wieder in ihrer Beliebtheit und ist von 2018 auf heuer von dem fünften auf den dritten Platz gehüpft. Walter Krahl, Geschäftsführer von Ruefa, sieht den Grund darin, dass „die Türkei wieder zurückgekommen ist, dass der Kunde lieber statt eines ‚Selbstfahr-Urlaubs‘ nach Kroatien wieder die Türkei wählt, wo die Preis-Leistung einfach eine andere ist“.

Früh- und Last-Minute-Buchungen stark gefragt

Krahl zeigt sich zudem zufrieden mit dem touristischen Sommer 2019 und spricht über Besonderheiten dieses Jahres. Es habe einerseits zwar einen starken Start mit Frühbuchern gegeben, aber auch gute Zahlen bei Last-Minute-Buchungen. Dass so kurzfristig etwa in Spanien und Griechenland noch Unterkünfte verfügbar waren, würde ebenso damit zusammenhängen, dass Türkei und Ägypten wieder stark gefragt waren. Die beliebtesten Fernreiseziele der Österreicher waren heuer übrigens die USA, Russland und Kanada.

Auch eine weitere Auffälligkeit bei den Buchungen habe es heuer gegeben, so Krahl. Es gäbe ein Mehr-, fast ein Überangebot durch Low Cost Carrier ab Wien. Billig-Fluglinien würden neben Städten besonders auch Badedestinationen ansteuern. Das beweise auch die Statistik des Flughafens Wien mit einem Plus von 53,3 Prozent bei den Abflügen (Passagiere im Juli 2019 im Vergleich zum Vorjahr) alleine nach Griechenland und Spanien, heißt es bei Ruefa. Diese Angebote würden die Situation um den „Overtourism“ verschärfen.

Auf der Suche nach Alternative zu Hotspots

Bei Ruefa bemerkt man eine Trendumkehr dahingehend, dass die Reisenden weg von diesen touristischen Hotspots urlauben wollen. „Immer mehr Reisende wollen durch mehrere Orts- und Hotelwechsel das Beste aus ihrer Reise herausholen“, analysiert Krahl einen Trend aus der Produktion. Dabei erwarten die Urlauber Flexibilität. Dabei wird immer häufiger eine Flugreise mit Bahn-, Wander- und Kulturreise verbunden.

Studienreisen im Allgemeinen erleben einen Aufschwung. Seit 2015 wächst ihr Umsatz jährlich konstant um rund zehn Prozent. Hier zeigt sich ebenso, dass geführte Reisen immer mehr nachgefragt werden. Hier würden Reisende wissen, dass eine höhere Sicherheit besteht und sie organisatorisch weit weniger Arbeit haben. Touristisch weniger erschlossene Gebiete sind zudem leichter zu erreichen. Dass diese Art des Urlaubs trendet, führt man bei Ruefa darauf zurück, dass das Bildungsniveau in allen Altersgruppen allgemein und das Interesse an fremden Kulturen steigt.

Im Winter wollen die Österreicher dann wieder ins Warme. Am beliebtesten sind dann die Malediven (Plus von 15,7 Prozent), gefolgt von Thailand (Plus von 17,1 Prozent, Spanien und Mauritius (Plus von 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Der Dauerbrenner USA hingegen liegt mit einem Minus von 10,9 Prozent derzeit noch deutlich hinter den Buchungszahlen der Vorjahre.