Mit viel Herz zum Talente-Sieg 2018!. Das Haus der Musik in Grafenwörth (Bezirk Tulln), randvoll mit kreischenden, tobenden Fans und es hat nichts mit der Fußball-WM zu tun… was ist hier los? Tatsächlich handelt es sich schon um eine Finale und zwar um jenes von „Die NÖN sucht das größte Talent 2018“. So viel vorweg: alle 12 Finalisten waren großartig, aber letztendlich konnte es nur eine Siegerin geben, die noch dazu sensationell jung ist.

Von Thomas Peischl. Update am 29. Juni 2018 (18:57)

Zu Beginn der großen Show heizt Lukas Marek zu den Klängen von „Whatever You Want“ die ohnehin prächtige Stimmung im Publikum noch weiter an. Dann eröffnet Moderator Andy Marek mit Lea Gruber und Sophie Schindler (zwei erfolgreiche Teilnehmerinnen aus den letzten Jahren) mit dem Lied „We Have A Dream“ den Abend, nicht ohne sich bei seinem Sohn zu bedanken: „Luki ist die Eminenz im Hintergrund, die alles organisiert.“

Jury mit „der besten Sängerin Österreichs“

Es ist bereits die neunte Ausgabe von „Die NÖN sucht das größte Talent“. Mehr als 800 Kandidaten waren zu den insgesamt 24 Castings gekommen. Die besten 96 kamen in die Vorrunden, weiter ging es über Bezirks- und Landesviertelfinali. Die besten zwölf stellten sich nun im Landesfinale einer 16-köpfigen Fachjury, angeführt von Tini Kainrath (der „besten Sängerin Österreichs“, wie Andy Marek betonte). Weiters im Gremium waren u.a. Produzent Herwig Wagner, Saxofonist und Sänger Peter Sachs, Andi Pfandler, Managerin Agnes Rehling, Vorjahressieger Peter Zierhofer mit Vater Christian (der auch Produzent ist) und Andi Schörk.

Mit Startnummer 1 betrat Elisa Ferstl die Bühne. „Ich habe schon in der Vorrunde gespürt, die junge Dame will es heuer wissen“, so Andy Marek über die 15-Jährige aus Wiener Neustadt, die in jeder Show eine andere Eigenkomposition sang und im Finale mit „Lipstick And Harems Pants“ antrat, begleitet von ihrem Klavierlehrer und ihrem Vater (am Bass).

Auf dem Fuße folgte Einzelhandelskauffrau Angelina Gattringer (15) aus Arbesbach, die mit ihrer kräftigen Stimme beinahe aufs Mikrofon verzichten hätte können. Die Country-Spezialistin gab „White Liar“ von Miranda Lambert zum Besten.

Vorzugsschülerin Cornelia Baum (11) reüssierte nicht nur im Gymnasium, wo sie nur zwei Zweier im Zeugnis hat, sondern auch mit „You Raise Me Up“ von Josh Groban. „Du hast jeden hohen Ton perfekt mit der Bruststimme hinaus gepeitscht – das hast du toll gemacht“, lobte Andy Marek.

Als die Bühne mit Gymnastikmatten ausgelegt wurde, war klar: Jetzt kommen „Acrobatics Evolution“. Sieben Mädels aus Dobersberg begeisterten bei ihrer Akrobatik-Darbietung mit toller Körperbeherrschung und Rhythmusgefühl. Sogar Amelie, mit sieben Jahren die jüngste in der Gruppe, kann schon drei Jahre Turn-Erfahrung vorweisen.

Die 18-jährige Lilian Scherzer aus Neunkirchen begeisterte nicht nur ihre Fans mit einem wunderschön gesungenen „Bruises“ von Lewis Capaldi.

Als Andy Marek in Lilienfeld erstmals Sebastian Mucha (22) hörte, dachte er gleich: „Super Gitarre, tolle besondere Stimme“. Im Finale sang der junge Mann „Sanctuary“ von Welshly Arms. „Die englische Band kann das sicher nicht so gut wie du“, meinte Marek, „eine Stimme, die man sich merkt.“

Mit einem melodiösen, fast tonleiternartigem Lacher betrat Katrin Lindorfer (20) aus Ybbs/Donau die Bühne. Begleitet von Pianistin Sonja demonstrierte die Sängerin anhand von „Never Enough“ ihren tollen Stimmumfang.

„Seid ihr ein Pärchen?“, hatte Andy Marek das Duo Sofie Kalteis (16, aus Kirchberg) und Tobias Frank (18, aus Weinburg) schon beim Casting gefragt, weil die beiden so gut harmonierten. Dort und in allen folgenden Runden hatte er ein „Nein!“ als Antwort bekommen, bis Sofie endlich einräumte, dass sie seit eineinhalb Jahren einen Freund hat, der im Finale natürlich im Publikum die Daumen drückte. (Marek: „Ich mach den Schmäh eh nicht mehr.“) Mit Tobias stimmte Sofie ein sehr, sehr schönes „Thinking Out Loud“ von Ed Sheeran an.

Zehnjährige begeisterte mit Eigenkomposition

Mit Startnummer 9 betrat Mirjam Catal die Bühne: Gerade einmal 10 Jahre jung spielt die Volksschülerin Klavier, singt super und komponiert selbst. Die Texte schreibt ihr Bruder, auch für „Ein Herz“, das die beiden für ihre Eltern verfassten. Wie sich noch weisen sollte, war es weit mehr als ein Herz, das Mirjam nach ihrer grandiosen Darbietung zufliegen sollte…

„Alles gut“, so schaut das Zeugnis im Gymnasium in Wien für die 16-jährige Sarah Kaufmann aus Gänserndorf aus. Mehr als gut war ihr Auftritt mit „Beautiful“ von Christina Aguilera.

Wer in Krems ins Kino will, muss an Sebastian Winkler (23, aus Oberbergern) vorbei, der dort seit zwei Jahren die Tickets checkt. Cineastisch sang er auch im Finale und zwar Elton Johns „Can You Feel The Love Tonight“ aus König der Löwen.

Last but not leas betrat Tausendsassa (sie singt, sie schauspielert) Luna Gehart (Hinterbrühl) barfuß und unbeschwert die Showbühne. Die Zwölfjährige trällerte ein astreines „Gold von den Sternen“ aus dem Musical Mozart.

Nach diesen durchwegs gelungenen Auftritten stieg die Spannung ins Unermessliche. Die Jury hatte gewertet (70 Prozent der Gesamtwertung). „Kaum hatte man einen Favoriten kam schon der nächste, es war ganz, ganz schwer“, wie Tini Kainrath betonte. Die restlichen 30 Prozent zum Gesamtergebnis trug das Publikum mit der Telefonwertung bei – in 15 Minuten gingen unglaubliche 12.430 Anrufe ein! Dafür, dass alles mit rechten Dingen zuging, sorgte in bewährter Weise Notar Kerstin Friedrich.

Spannung bis zuletzt

Spät nachts stand schlussendlich fest: Cornelia Baum, Elisa Ferstl, Angelina Gattringer, Luna Gehart, Sarah Kaufmann sowie das Duo Sofie und Tobias teilen sich Platz 6.

Über Platz 5 und damit zwei VIP-Karten fürs Frequency 2018 und 300 Euro Tom Tailor Gutscheine freut sich Lilian Scherzer.

Kathrin Lindorfer holte Platz 4 und damit ein brandneues Mountainbike von Hervis.

Rang 3 erturnten sich Acrobatics Evolution, dafür gibt’s zwei Nächte im Hotel Schwarzalm und eine Zwettler Bier Party für 20 Personen.

Der zweite Platz und damit ein großer LG-Flachbildfernseher geht an Sebastian Mucha.

Über den Sieg, und damit 5.000 Euro in bar jubelte mit Mirjam Catal das jüngste Talent in der grandiosen Finalrunde.

NÖN-Chefredakteur Daniel Lohninger zeigte sich begeistert: „Es sind wirklich tolle Leistungen, die hier geboten wurden.“ Gemeinsam mit Andy Marek dankte er auch allen Sponsoren, vom Autohaus Birngruber über Tom Tailor, Hervis, Tipp 3 und LG bis zur Firma Zwettler Bier.