Der Euro – eine Währung mit Pielachtaler Note

Erstellt am 19. Januar 2022 | 04:54
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8269853_pie03darueber_josip_c_kaiser.jpg
Bildhauer Josip (Josef) Kaiser zeigt einige Münzen, die seine Werke tragen. Er ist auch als Vize-Rektor der Universität für angewandte Kunst in Wien bekannt geworden. Foto: privat
Foto: privat
Unternehmer sehen heute viele Vorteile in einheitlicher Währung. Die Cent- und Euro-Münze sind die Werke eines Hofstetteners.

 Zwei Jahrzehnte ist der Euro die Währung der EU. Die meisten Pielachtaler Betriebe haben den Abschied vom Schilling gut gemeistert. Was viele nicht wissen: Die Euro ist ein „Pielachtaler Original“.

„Für Constantia Teich zeigten sich positive Effekte sowohl im Bereich des Währungsrisiko-Managements als auch administrative Erleichterungen.“ Gerald Hummer

„Bei der Einführung hatten wir schon Zweifel. Mit zwei Geldbörsen gleichzeitig zu kassieren, das war nicht einfach. Aber im Großen und Ganzen klappte alles ganz gut“, erinnert sich Renate Grünberger vom Restaurant „San Marino“ in Ober-Grafendorf. Jetzt kann sich die Restaurant-Chefin den Euro nicht mehr wegdenken: „Ich finde es gut, einheitliches Geld im Großteil von Europa zu haben. Es vereinfacht vieles. Die Eurozone ist im Vergleich zur Türkei auch stabiler gegen die Inflation.“

Die Firma Constantia Teich hat bereits im März 2001 auf Euro umgestellt, um eine optimale Übergangsphase für die Kunden zu gewährleisten. „Für Constantia Teich zeigten sich positive Effekte sowohl im Bereich des Währungsrisiko-Managements als auch administrative Erleichterungen“, sagt Gerald Hummer , Managing Director im Unternehmen. Der Euro führte im EU-Raum zu großen Vereinfachungen im grenzüberschreitenden Waren- und Leistungsverkehr. „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens wurde dadurch unterstützt“, weiß Hummer.

Gelassen sah Christian Karner die Währungsumstellung vor 20 Jahren. „Ich war damals neutral eingestellt und bin heute froh, dass wir den Euro haben“, erklärt der Frankenfelser Tischlermeister. Die einheitliche Währung sei von Vorteil.

Die Umstellung zum Euro empfand Kfz-Mechanikermeiter Josef Schagerl  anfangs enttäuschend. „Ich bin in der Generation des Schillings geboren. Meine Befürchtungen bei der Euro-Einführung waren groß“, berichtet der Hofstettener. Nun sehe er die Vorteile, die der Euro gebracht hat: „Mit dem Schilling wären wir Verlierer in der EU.“ Die „ständigen Teuerungen“ will er allerdings nicht unerwähnt lassen. „Wenn man heute eine Leberkässemmel in Schilling umrechnet, wird man ohnmächtig“.

440_0008_8268040_pie03darueber_schill_2.jpg
Im Dorfmuseum Weinburg hat Museumsdirektor Andreas Buchinger einige Schillingmünzen und -Scheine ausgestellt. 
Foto: privat

Als Andenken an die Zeit des Schillings werden im Weinburger Dorfmuseum alte Münzen und Scheine gezeigt. „Von historischen Banknoten aus 1949, über vergoldete Schilling- und Groschen-Münzen bis zum Euro-Starter-Paket aus dem Jahr 2002“, informiert der Museumsdirektor Andreas Buchinger.

Der Euro trägt zudem eine „Pielachtaler Note“. Der Hofstettener Bildhauer Josip Kaiser hat sich schon vor Jahrzehnten immer wieder der Themengestaltung und Verzierung von Schilling wie auch dann des Euro verschrieben. Solche Aufträge waren damals als Wettbewerb öffentlich ausgeschrieben. Einige Schilling-Münzen zeigen Kaisers Werke. Und der Euro ebenso.

„Ich habe die Motive so gewählt, dass sich die Österreicher damit identifizieren können“, betont er. Die kleinen Cent-Münzen tragen daher Alpenblumen, die Zehner, Zwanziger und Fünfziger zeigen die Baustile mit dem Stephansdom, dem Belvedere und der Sezession. Die Ein- und zwei Euro-Münzen präsentieren Mozart und Berta von Suttner.

Gerne erheitere er Menschen, die ihn nicht kennen, mit dem Satz: „Sie tragen doch ein Kunstwerk von mir bei sich.“ Dass es dann der Euro ist, erstaunt sie dann sehr. Der Josip ist aus Plambach somit (fast) immer dabei.

Umfrage beendet

  • Rechnet ihr noch in Schilling um?