Gemeindebriefe in Ober-Grafendorf wurden gefälscht. Polizei ermittelt derzeit im Fall der Briefe, die in Ober-Grafendorf aktuell für Aufregung sorgen. Bürgermeister warnte vor Fehlinformation mittels Video auf Facebook.

Von Nadja Straubinger und Bernhard Burmetler. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:35)
Das schlecht eingefügte Logo lässt sofort die Fälschung erkennen.
Rainer Handlfinger

Für Aufsehen sorgten am Wochenende Briefe mit Falschinfos zu Corona, die mit dem Gemeindelogo versehen waren. Bürgermeister Rainer Handlfinger wandte sich nach dem Auftauchen sofort via Facebook an die Bürger der Marktgemeinde, um sie vor dem gefälschten Brief zu warnen.

Ein Unbekannter hatte Briefe mit „Informationen zu Covid-19“ auf Papier im Gemeindedesign gedruckt und diese an diverse Haushalte verteilt. Im Brief zu lesen war eine Info zu geplanten Schnelltests in der Sporthalle. Die WHO habe die Gefährlichkeit des Corona-Virus offiziell auf die Stufe der Grippe herabgestuft und dass es sich nicht um eine Pandemie handle. Beides ist falsch, wie ein Blick auf die Webseite der WHO beweist.

„Wir haben alle Infos, die wir von den Bürgern erhalten haben und die Originale der Briefe bei der Polizei abgegeben“

„Dieser Brief transportiert keine Information der Gemeinde“, betont der Bürgermeister, der auch Anzeige bei der Polizei erstattet hat. „Wir haben alle Infos, die wir von den Bürgern erhalten haben und die Originale der Briefe bei der Polizei abgegeben“, informiert Handlfinger. Das sei nötig gewesen, um abgesichert zu sein. Dass es sich um eine Fälschung handelt, ist leicht zu erkennen. Beim Logo zeigt sich an der linken Seite ein Rand, was bedeutet, dass das Logo eingefügt wurde und es sich nicht um das Original-Briefpapier der Gemeinde handelt. Außerdem steht als Kontaktperson ein „Herr Gewissen“, den es auf der Gemeinde nicht gibt.

Der Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler bestätigt die Anzeige. Bisher seien nur in der Brunnengasse Briefe aufgetaucht. „Bis dato gibt es noch keine Hinweise auf den Täter oder die Täterin“, sagt Pichler. Der Sachverhalt wurde der BH St. Pölten, dem Landesamt für Verfassungsschutz und der Staatsanwaltschaft angezeigt. „Erhebungen sind noch in Gange“, sagt Pichler.